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Lachen
16.10.2020

Im Spital befinden sich nur die schweren Fälle

Mirjam Panzer versteht den Aufruf aus Schwyz: «Wenn es so weiter geht, kommen unsere Spitäler bald an ihre Grenzen.» (Symbolbild: Archiv)
Alarmzustand im Spital Schwyz: Die Isolierstation droht aus allen Nähten zu platzen. Im Spital Lachen ist die Situation aktuell weniger drastisch, die Kapazitäten könnten jedoch einfach erhöht werden.

Das Virus ist da: Von Mittwoch auf gestern gab es 89 neue positive Fälle, die kumulierte Anzahl aktiver Fälle liegt bei 547. Auch die Zahl der Hospitalisierungen steigt weiter an, gestern wurden vom Kanton Schwyz insgesamt 25 gemeldet.

Das Spital Schwyz schlug bereits am Mittwoch mit einem Video Alarm (siehe Bericht unten). Das Spital kritisiert die Schwyzer Regierung: Zwar sei die Maskenpflicht ein Schritt in die richtige Richtung, er komme jedoch zu spät und sei zu wenig konsequent. 

Laut Franziska Berger, CEO des Spitals Lachen, merke man in unserem Kanton die regionalen Unterschiede betreffend Coronavirus-Infektionen sehr deutlich. «Der Hotspot befindet sich offenbar wirklich im Talkessel», sagt sie. Wird die Corona-Welle auch Ausserschwyz erreichen? «Je nach dem, wie sich die Leute vernetzen», so Franziska Berger.

Im mittleren Kantonsteil gibt es schon Anzeichen für steigende Fallzahlen: «Seit Mitte letzter Woche ist die Positivitätsrate bei Coronavirus-Tests drastisch angestiegen», so Mirjam Panzer, Mediensprecherin des Ameos Spitals Einsiedeln. Man verzeichnet aktuell im Regionalspital 40 bis 50 Prozent positive Tests. Beunruhigend: Das Spital Einsiedeln hat keine Beatmungsstation. 

Wenige Corona-Patienten in Lachen

Die Situation im Spital Lachen ist weniger drastisch. Franziska Berger kann für den Moment Entwarnung geben. «Da sie von Stunde zu Stunde variieren können, kommuniziert das Ausserschwyzer Spital jedoch keine konkreten Zahlen, wie viele Betten in Lachen mit Corona-Patienten belegt sind.» Berger bestätigte jedoch gestern Vormittag, es seien «nicht viele».

Das Spital Schwyz hingegen meldete, dass im Kantonshauptort am Mittwoch bereits 18 von den total 25 Betten auf der Isolierstation belegt waren. Tags zuvor waren es erst zwölf. 

Aufwendige Betreuung

Franziska Berger betont: «Im Spital befinden sich die schweren Corona-Fälle. Diesen geht es wirklich nicht gut.» Die allermeisten würden nach einem positiven Covid-Befund nach Hause in Isolation geschickt. 

Das Spital Schwyz meldete jüngst, dass 30 bis 50 Prozent der täglichen Corona-Tests positiv ausfallen. Die Positivitätsrate ist auch beim Spital Lachen steigend. Trotzdem liegt sie in Ausserschwyz «nur» bei rund zehn Prozent. Berger warnt jedoch: «Bereits diese Positivitätsrate ist beunruhigend.» 

Ausführlicher Bericht in den Printzeitungen «March-Anzeiger» und «Höfner Volksblatt» zu lesen. 

Wann kann ich mich wo testen lassen?

In allen drei Schwyzer Spitälern bestehen Möglichkeiten, Coronatests durchführen zu lassen. Zudem testen auch die Hausärzte.

• Das Corona-Test-Center in Lachen ist aktuell drei Stunden pro Tag geöffnet. Bei grösserer Nachfrage könnten die Betriebszeiten ausgedehnt werden. Täglich werden rund 30 Tests durchgeführt.

• Das Spital Einsiedeln laufe bezüglich Tests aktuell an der Kapazitätsgrenze. Das Spital testet täglich während vier bzw. sechs Stunden (Wochenende). Man arbeite an einer Ausdehnung der Testzeiten. Ein Test inklusive Lüften des Zimmers dauert rund 10 Minuten, weshalb maximal sechs Personen pro Stunde antreten können. Die Tests finden im Dekontaminations-zimmer bei der Notfallstation statt.

• Im Spital Schwyz werden täglich rund 30 Tests durchgeführt. Die Durchseuchung im Talkessel sei so gross, dass die Wahrscheinlichkeit, mit jemandem Infiziertem zu tun zu haben, sehr hoch sei, heisst es von Seiten des Spitals.

Patrizia Baumgartner, Redaktion March24 & Höfe 24