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Region
25.09.2020
21.09.2020 14:33 Uhr

Unverpackt-Laden sucht passendes Lokal

Bild: zvg
Ein plastikfreies Einkaufserlebnis: Fünf Frauen planen in Jona einen «Unverpackt»-Laden. Sie erzählen, wie der «Zero-Waste»-Lebensstil im Alltag gelingt – und wo sie an ihre Grenzen stossen.

Zu fünft wollen die Frauen, die in oder um Rapperswil-Jona wohnen, die GmbH «Abfülleraj» ins Leben rufen. Zusammen möchten sie einen «Unverpackt»-Laden in Jona eröffnen. Ist das nicht extrem aufwendig?

Nein, ist sich die Gruppe zu Letzterem einig. Wobei sie offen gestehen, dass sie auf ihrem individuellen Weg zu weniger Abfall an unterschiedlichen Punkten stehen – und dass es ein Prozess sei. «Man lernt immer wieder etwas dazu und kann seinen Alltag nicht von heute auf morgen umkrempeln», sagt Feride Dogum.

Am Anfang war der Stoffbeutel

Als Erstes haben die Frauen damit aufgehört, Gemüse und Früchte in den bei den Grossverteilern verbreiteten Plastiksäckli abzupacken. Den «Plastik-Irrsinn» möchten sie nicht unterstützen. Stattdessen haben sie zum Einkaufen immer Stoffbeutel oder Glas- und andere Behälter dabei. Den Wurstaufschnitt an der Metzgertheke oder den Käse lassen sie sich direkt in ein mitgebrachtes Gefäss abpacken. In der Region haben sie damit gute Erfahrungen gemacht. Wann immer es geht, besuchen sie ausserdem regionale Märkte oder Hofläden. U

Wenn sie heute bei Migros, Coop und Co. einkaufe, dann nur sehr bewusst, sagt Priska Gätzi. Sie achte sehr darauf, wie ein Produkt daherkomme. «Wenn eine Aktionspackung Reiswaffeln etwa dreimal verpackt ist, dann ärgert mich das masslos», macht sie ein Beispiel. Solche kaufe sie heute nicht mehr.

Vieles stellen die Freundinnen mittlerweile selber her, damit die Verpackung wegfällt: Zum Beispiel den Deo-Roll-on.

Griff zu alten Hausmitteln 

Wer nach dem Zero-Waste-Motto lebe, lerne schnell, die «alten Hausmittelchen von früher» wertzuschätzen. Essig zum Beispiel. «Ein Wunderheilmittel», sagt Martina Fischli. Essig mit Wasser benutzt sie zur Gesichtsreinigung – mit waschbaren Stoffpads, versteht sich. Oder als Haarspülung. Feride Dogum pflichtet ihr bei: Sie habe im Semi noch gelernt, den Kühlschrank mit Wasser und Essig zu reinigen, um schlechte Gerüche zu vermeiden. 

Die Resultate ihres bewussten Lebensstils lassen sich sehen. Feride Dogum braucht in ihrem Zwei-Personen-Haushalt mittlerweile zwei Monate, bis ein 35-Liter-Abfallsack voll ist. Einig sind sich alle fünf darin: Weniger zu besitzen und weniger wegzuwerfen sei «unglaublich befreiend». 

«Zero-Waste»-Laden mit Kafi in Jona geplant

Das Team der «Abfülleraj» plant, in Jona einen «Unverpackt-Laden mit Kafi» zu eröffnen. Das Sortiment des geplanten Ladens soll Grundnahrungsmittel sowie Hy-giene- und Reinigungsartikel umfassen. Alle Produkte sollen ohne Plastik oder sonstige Verpackungen in den Regalen stehen – beispielsweise in Glasbehältern. Die Kunden können diese direkt in mitgebrachte Stoffbeutel, Behälter oder Flaschen füllen. 

Noch sind die fünf Initiantinnen auf der Suche nach einem geeigneten Ladenlokal in Jona. Auch einen Pop-up-Store können sie sich vorstellen, bis ein definitives Lokal gefunden ist. Um ihr Vorhaben finanzieren zu können, ist demnächst ein Crowdfunding geplant.

 www.abfuelleraj.ch

Redaktion March24 & Höfe 24