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Vorderthal
17.09.2020

Vorderthaler Schüler bekennen Farbe

Die Primarschule Vorderthal hat auf das Churer Modell umgestellt und zeigt sich ab heute in einem neuen – farbenfrohen – Kleid. Die Schule will damit auch den Austausch mit der Bevölkerung intensivieren.

In Vorderthal, der zweitkleinsten Gemeinde in Ausserschwyz, werden mangels Schüler jeweils zwei Klassenstufen miteinander unterrichtet. Dass das klassische Unterrichtsmodell in diesem Fall aufgrund unterschiedlicher Lernniveaus an Grenzen stösst, verwundert nicht. Eine neue Lösung musste her. 

Schulleiterin Franziska Strässle sah sich um und wurde in Chur fündig. Das Churer Schulmodell, entwickelt von Reto Thöny vor etwa zehn Jahren, setzt den Fokus auf das Lernen statt auf das Lehren. Thöny ging es vor allem um die sogenannte Binnendifferenzierung: die Vermittlung des Stoffs auf unterschiedlichem Lernniveau innerhalb einer einzigen Klasse. Unterdessen unterrichtet in Chur schon fast die Hälfte der Lehrpersonen nach diesem Modell – niemand ist zum traditionellen Unterrichtsmodell zurückgekehrt.

Auf das neue Schuljahr hin hat auch die Primarschule Vorderthal auf das Churer Modell umgestellt und die Unterrichtszimmer neu gestaltet. 

Projekttage eingeführt

Im Churer Modell übernehmen die Schüler Verantwortung und lernen, sich selbst einzuschätzen. Das wurde aktuell auch während der drei Projekttage deutlich, die am Mittwoch zu Ende gingen. So durften sich die Kinder zum Jahresmotto «Farben» selber überlegen, wie man das Primarschulhaus verschönern könnte. Da kam – mehr im Scherz – die Idee des Graffitis. Die Idee kam bei der Schulleitung so gut an, dass sie weiterverfolgt wurde und für die Umsetzung der Wiener Urban Artist Fabian Hämmerle beauftragt wurde, den Kindern und Lehrpersonen das Knowhow fürs Sprayen zu vermitteln. Den Rest erledigten die Kinder.

So war es auch ihre Idee, Wellen in verschiedenen Blautönen auf die Mauern und passend zum Thema Wägitalersee Fische aus Plachen und verziert mit Flaschendeckeln an den Zaun anzubringen. Gestern wurden schliesslich noch mit verschiedenen Farben Büchsen gestaltet, in denen im Sommer Pflänzchen Platz finden und die im Winter als Laternen genutzt werden sollen. Im Frühjahr sollen noch Hochbeete und Pneugärtchen dazukommen. 

Strässle erhofft sich auch, dass die Primarschule so mehr Bestandteil des Dorfes und des Lebens der Dorfbewohner wird. 

Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24