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16.09.2020

Vieh für Alpabfahrt bereit machen

Langsam aber sicher neigt sich der Alpsommer dem Ende zu. Die Älpler sprechen von einem «sehr guten» Sommer.

Ein eher trockener Frühling, ein eher feuchter Juni und dann ein Sommer mit Sonne und Regen in sehr gutem Wechsel. So in etwa fassten einige Älpler den diesjährigen Alpsommer zusammen. Die Bilanz fällt denn auch durchs Band positiv aus. «Es war ein ganz guter Sommer», berichtet beispielsweise Albert Oetiker, der seinen ersten Alpsommer auf dem Gelbberg verbrachte. Der Älpler hatte die Aufsicht über 140 Rinder und kehrt mit allen Tieren wieder heim. Dies aber nicht zu Fuss, sondern via Viehtransport.

Der Reichenburger Älpler-Neuling 

Schon seit Jahren träumte der dreifache Familienvater vom Älplerleben. Dass es nun endlich klappt, hat er dem Umstand zu verdanken, dass der vorgesehene Älpler kurzfristig einen Rückzieher machte. Und obwohl Mettlers zu diesem Zeitpunkt auf dem eigenen Betrieb schon einen Gartenkindkurs lanciert hatten, kam ein Nein zum Älplern nie infrage. «Es war ein sehr arbeitsintensiver Sommer mit Alp, Talbetrieb und Gartenkindkurs», gibt Thomas Mettler zu. Ohne seine Helfer wäre es auch gar nicht möglich gewesen, alles zu bewältigen. Am Ende aber blickt er auf einen schönen ersten Alpsommer zurück. Auch schwärmt er von den Sommerferien, in welchen ihn seine Familie für längere Zeit besuchen konnte. 

Die Allgäuer im Wägital

Auf der Alp Aberen-Oberalp hatte diesen Sommer der Allgäuer Florian Uth die Verantwortung. Gemeinsam mit seiner Frau, seinem Jungen und seinem Bruder schaute er zu 271 Stück Alpvieh – Galtkühe, Rinder und Kälber. «Es gab sogar dreimal unverhofften Nachwuchs», erzählt der 35-Jährige, der zuvor schon auf der Alp Hohfläsch und einer Alp im Simmental war.
Leider habe er aber auch drei Tiere verloren. «Das ist kein schönes Gefühl. Egal, ob es der erste Alpsommer ist oder einer von vielen.» Er freut sich auf das Ende des Alpsommers, zumal langsam aber sicher auch das Futter zuneige geht. 

Die «alten Hasen»

Einer der bereits den 20. Alpsommer erlebte ist der Wangner Ruedi Krauer auf der Alp Oberschwändi. Abgesehen davon, dass er mehrere Tiere verloren hat und die Rinder oft etwas aufgescheucht waren, ist er mit dem Alpsommer sehr zufrieden. «Die Tiere sind super gut zwäg», freut er sich. Und dies, obwohl es zu extrem vielen Fällen von Gamsblindheit kam in diesem Sommer.

Pius Diethelm ist auch einer der «alten Hasen», was das Älplern anbelangt.  Auch er spricht von einem guten Sommer. «Es hatte nie sehr viel Gras, aber immer genug und gute Qualität», berichtet er. Entsprechend kehren die Tiere gut genährt wieder nach Hause.

Auf der Brüschalp versorgte Martin Feusi während rund 100 Alptagen 137  Stück Grossvieh und elf Ziegen. Jetzt plant er allmählich die Alpabfahrt vom kommenden Samstag. «Eine solch lange Zeit mit so viel Vieh auf der Alp, das ist eine Ausnahme», sagt er. Obwohl ihm der Alpsommer zu Beginn eher zu nass erschien, spricht er von einem guten Sommer. Die vielen heftigen, gewitterartigen Regenfälle hätten zum Glück keine grösseren Schäden angerichtet. Auch Augen- und Klauenkrankheiten oder Rossbremsen  hätten kaum Probleme bereitet.

Andreas Mächler wird bereits am  17. September von der Alp Bärlaueli heimziehen. «Ich hatte einen guten Alpsommer mit viel Gras und Käse», sagt der 34-jährige Wägitaler.

Silvia Gisler, March24 & Höfe 24