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Schübelbach
30.08.2020

Wolfsverdacht spitzt sich weiter zu

In Schübelbach besteht Wolfverdacht. (Bild: Wikipedia)
Am frühen Samstagmorgen wurde rund ein Kilometer vom Dorf Schübelbach entfernt ein gerissenes Schaf entdeckt. Es wurde Herdenschutz-Alarm ausgelöst.

von Silvia Gisler

Rund Hundert Meter hinter dem Haus von Lohnunternehmer Daniel Kistler wurde am Samstagvormittag um etwa 5 Uhr eines seiner Schafe auf der eingezäunten Weide gerissen. Gesehen hat Kistler nichts. Einmal hat er jedoch die Schafe blöken gehört. Da dies aber immer mal wieder vorkomme, habe er sich nichts dabei gedacht. Weshalb auch? Bisher habe der Wolf ja vor allem im Alpgebiet Schäden angerichtet – nicht in der Nähe der Dörfer. «Bei uns gab es das jedenfalls noch nie», sagt der Tierhalter erstaunt.
Gut zwei Stunden nach dem Angriff wurde der Riss an der Hofweidstrasse von seinem Vater entdeckt und gegen 7.30 Uhr dem Wildhüter gemeldet.

Wildhut vermutet Wolfsangriff

Wie Daniel Kistler erzählt, wurden durch den Wildhüter DNA-Proben zur Analyse genommen. Die Chancen, dass die Proben ein eindeutiges Ergebnis liefern, erachtet Kistler als gering. «Es hat den ganzen Morgen geregnet und unser Hund hat das tote Schaf ebenfalls beschnuppert», erklärt er seine Einschätzung. Trotzdem deutet vieles auf einen Wolf hin: «Es war relativ viel weggefressen. Sogar die Rippen waren angebissen, was laut Wildhüter ein Indiz für den Wolf sei», so Kistler. Auch das Schwyzer Umweltdepartement meldete am Samstagnachmittag, dass die «vorgefundenen Rissspuren und die angetroffene Situation vor Ort darauf hinweisen, dass das Schaf vermutlich durch einen Wolf gerissen wurde». Entsprechend löste die Kantonspolizei Schwyz im Auftrag der kantonalen Wildhut um 9.18 Uhr den Herdenschutz-Alarm an die Kleinviehzüchter und Landwirte aus. Weitere Abklärungen sind gemäss Umweltdepartement im Gang.

Daniel Kistler ist einfach nur froh, dass nicht mehr Schaden angerichtet wurde. Denn er weiss, auch der Rest der Herde und die der Nachbarn sind irgendwie verstört und mussten wohl einiges durchmachen in dieser Nacht. Um seine Schafe und seine Mutterkühe samt Kälbern in Zukunft vor solchen Angriffen schützen zu können, wird er sie nachts neuerdings einstallen.

Silvia Gisler, March24 & Höfe24
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