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Pfäffikon
02.08.2020
31.07.2020 10:33 Uhr

Gratis-Schutzmasken für Arme

Mit grosser Freude und Motivation seit 2017 bei der Arbeit: Effi Spielmann, Stellenleiterin der Diakonie Ausserschwyz, wo Menschen aus March und Höfen in schwierigen Lebenslagen Beratung, Begleitung und Seelsorge finden. (Bild: Anouk Arbenz)
Die beiden kirchlichen Sozialberatungsstellen des Kantons Schwyz haben die Aktion «Gratis Schutzmasken für Armutsbetroffene» lanciert. Effi Spielmann, Stellenleiterin der Diakonie Ausserschwyz, ist überzeugt: Verdeckte Armut gibt es auch hier. So wurden schon rund 200 Masken verteilt.

Wie kam die Aktion mit den Gratis-Masken zustande?

Es geht darum, eine Lücke zu schliessen. Seit Anfang Juli gilt im öffentlichen Verkehr eine Maskentragpflicht. Die Sozialdienste im Kanton Schwyz übernehmen die Kosten der Masken für diejenigen Personen, die Sozialhilfe beziehen. Doch auch andere Menschen können sich diese zusätzlichen Ausgaben schlicht nicht leisten. Da auch andere Fachstellen Hilfesuchende zu uns schicken, haben wir uns entschlossen, sofort zu handeln.

Wo beziehen Sie Ihre Masken?

Ich suchte gezielt nach einer lokalen Produktion von wiederverwendbaren Masken und wurde fündig in Arth. Die Asco Bettwaren AG verkaufte uns 600 von der Fachhochschule Nordostschweiz geprüfte Stoffmasken mit der Bezeichnung «Respekt» zu einem Spezialpreis. Diese können mindestens 30 Mal bei 60 bis 100 Grad gewaschen werden – auch im Kochtopf, falls keine Waschmaschine zur Verfügung steht.

Wer kommt für die Kosten auf?

Die Winterhilfe Schwyz bezahlt alle Masken, die wir brauchen.

Wie entscheiden Sie, wer eine Maske erhält, respektive wann gilt eine Person als arm?

Wir haben genaue Kriterien festgelegt und prüfen jede Situation mit Augenmass. Eine Maske erhält nur, wer sich sonst keine kaufen kann. Ein Beispiel: Verdient eine alleinerziehende Mutter oder ein alleinerziehender Vater weniger als 49 000 Franken pro Jahr, gilt sie oder er als «Working-poor».

Gibt es hier überhaupt Armut?

Oh ja. Wir sprechen von verdeckter Armut, die weit verbreiteter ist, als man annimmt. Die Corona-Krise hat die Situation für viele zusätzlich verschärft. Jeden Franken vor dem Ausgeben zweimal umdrehen zu müssen, ist für Betroffene zudem mit grosser Scham verbunden.

Die Aktion wurde am 21. Juli lanciert. Wie viele Masken konnten Sie seither verteilen?

In der Ausserschwyz sind rund ein Drittel bereits verteilt.

Wo kann man die Masken abholen?

Sie können im Büro in Pfäffikon oder bei unserer Partner-Stelle, der Kirso Innerschwyz in Goldau, bezogen werden – jedoch nur nach Voranmeldung. Eine Kurznachricht auf Telefon 079 403 14 80 genügt und wir vereinbaren einen Abholtermin zwischen Dienstag und Freitag.

Anouk Arbenz, Redaktion March24/Höfe24