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Pfäffikon
31.07.2020

Neue Realität arrangiert

Flurina Sokolls Arrangements bestehen hauptsächlich aus abgenutzten oder kaputten Gegenständen. (Bild: zvg)
Die Künstlerin Flurina Sokoll baut ab heute im Vögele Kultur Zentrum Skulpturen aus Alltagsobjekten. Dabei arrangiert sie nicht nur Gegenstände, sondern auch eine neue Realität.

Defekte Lampen, überflüssige Blumenständer, gebrauchte Hocker: Was andere meist möglichst schnell entsorgen möchten, ist für die Churer Künstlerin Flurina Sokoll eine Goldgrube. Ihre «Arrangements», wie sie ihre Skulpturen gerne nennt, bestehen nämlich hauptsächlich aus abgenutzten oder kaputten Gegenständen.

Sie interessiert sich nicht nur für ihre Farbigkeit, die Form und das Material. «Die Objekte haben meistens ein doppeltes Gewicht, nicht nur das physische, das schon genug wäre, sondern auch all ihre Spuren», so Sokoll. Hinter jedem Gegenstand stecke eine Geschichte, die ergründet werden könne.

Objekte aus aller Welt

Und genau das macht Flurina Sokoll ab heute im Vögele Kultur Zentrum. Mit im Gepäck hat sie etwa 40 Gegenstände, die buchstäblich aus der ganzen Welt kommen: vom Strassenrand in London, von der Internetplattform Ricardo oder von Hausräumungen auf Bermuda, wo die Künstlerin heute lebt und arbeitet.

Das bewusste Aussuchen, Untersuchen und Kombinieren der gesammelten Objekte empfindet Flurina Sokoll als einen spannenden Prozess. Denn dabei werden nicht nur Gegenstände neu angeordnet, sondern auch eine neue Realität geschaffen. «Meine Arbeit inspiriert dazu, sich zu fragen, mit welcher neuen Realität im Leben man sich arrangieren möchte», sagt die Künstlerin.

Zur Künstlerin

Flurina Sokoll, 1986 in Chur geboren, lebt und arbeitet in Bermuda. Sie studierte von 2012 bis 2015 bildende Kunst an der Hochschule der Künste Bern. Von 2016 bis 2018 war sie an der Slade School of Fine Art, University College London und schloss das Studium mit Auszeichnung ab. Schon während ihrer Studienzeit stellte sie in zahlreichen Galerien und Kunsträumen in der Schweiz und in England aus. 2018 wurde sie für den Adrian Carruthers Award nominiert und gewann den Slade Prize. 2020 ist sie Teil der Bermuda Biennale Let Me Tell You Something in der Bermuda National Gallery.

Redaktion March24/Höfe24