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Sport
19.07.2020

Erstes American-Football-Team in der Region

Mit den Glarus Orks nimmt ein junger American Footballklub aus dem Glarnerland immer mehr Formen an. Neue Spieler sind dennoch jederzeit willkommen.

Bis vor wenigen Jahren war American Football in der Schweiz wenig bekannt. Die National Football League – mit circa 13 Milliarden Dollar pro Jahr immerhin die mit Abstand umsatzstärkste Sportliga der Welt – war bei uns höchstens mit dem Finalspiel Super Bowl im Fernsehen zu sehen. 

Wer in dieser Region selber American Football spielen wollte, der musste früher nach Chur gehen. Die Calanda Broncos sind das Mass aller Dinge in der Schweiz – zehn Meistertitel gewannen die Bündner, zuletzt dreimal in Serie. Bei den im letzten Jahr gegründeten Glarus Orks brachte mit Mauro Bühler ein langjähriger Bronco als Präsident, Trainer und Spieler den Sport in die Region.

Rund um den erfahrenen Abwehrspezialisten hat sich mittlerweile ein ansehnliches Trüppchen von Spielern und Helfern gebildet. Rund 30 Personen trainieren mit und bei den Orks. Auch dank eines sogenannten Tryouts, also eines Probe- oder Schnuppertrainings. Im August des letzten Jahres fand das erste in der Reithalle in Bilten statt. «Das hat sich gelohnt. Auch ein Jahr danach sind immer noch Spieler mit dabei, die damals geschnuppert haben», sagt Gründungsmitglied der Glarus Orks, Franco Landolt.

Viel Begeisterung

Der Name Orks stammt übrigens indirekt von den Calanda Broncos. Als einst einige Glarner bei den Churer Wildpferden mitspielten, durften sie sich von den Mitspielern anhören, dass sie den fiktiven grimmigen Kriegern aus Mittelerde aus dem Fantasyroman «Herr der Ringe» gleichen würden. 

Derzeit ist bei den Orks vor allem eines gross: die Begeisterung für American Football. Vieles ist im jungen Klub in Entstehung, Kreativität und Improvisation sind gefragt. Trainiert wird auf dem Fussballplatz der Eternit-Werke in Niederurnen, sich umgezogen wird am Rande des Platzes, in einem kleinen Schopf lagert das Material, welches von den kürzlich aufgelösten Lumberjacks aus Ems übernommen werden konnte. 

Trotz der kargen Umgebung ist der Enthusiasmus förmlich greifbar. Aufmerksam hören die Spieler zu, wenn Coach Bühler und seine Assistenten die Übungen erklären. Bei jedem Drill wird abgeklatscht, gegenseitig motiviert. Zwischen Anfängern und Routiniers ist alles bei den Orks dabei. Neulinge sind auch von der Klubleitung ausdrücklich erwünscht. Auch aus March und Höfen. «American Football ist ein Sport für alle», sagt Stojanov.

Denn die Positionen sind höchst unterschiedlich. Die Flinken sind gefragt als Ballfänger, die schweren Jungs als Leibwächter in der Offense- oder Defense-Line. «Gerade solche bräuchten wir unbedingt noch ein paar», ergänzt Stojanov. Zwar stehen die Wide Receiver und Tight Ends, wie die Ballfänger genannt werden, oft im Mittelpunkt. Ohne kräftige Line-Spieler ist aber jede Mannschaft aufgeschmissen.

Tag der offenen Tür

Die Orks planen, im kommenden Jahr am Meisterschaftsbetrieb teilzunehmen. Dazu müssen sie diesen Herbst vier Testspiele austragen. Die Planungen laufen.

Am Donnerstag, 30. Juli, findet ein Probetraining für jedermann in Niederurnen statt. Quasi ein Tag der offenen Tür. Der ideale Zeitpunkt für Interessierte, sich das Ganze genauer anzuschauen.

Redaktion MarchHöfe24