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Kanton
13.11.2022

13-Jährige wird vom Freund der Mutter sexuell missbraucht

Bild: Keystone
Sexuelle Handlungen an einer Minderjährigen in Innerschwyz kommen einen Schweizer teuer zu stehen.

Es war im Sommer vor zehn Jahren, dass sich ein damals 37-jähriger Schweizer bei der Tochter seiner Lebensgefährtin nicht unter Kontrolle hielt. In einer Pause beim Heuen auf einem Innerschwyzer Hang setzte sich der Mann neben das damals 13-jährige Mädchen. Dort gab er ihr einen langen Zungenkuss und berührte, streichelte und küsste ihre Brüste.

Ein paar Stunden später kam der Mann in der gemeinsamen Wohnung erneut auf das Mädchen zu, berührte von hinten seine Brüste und fragte es, ob es mit ihm unter die Dusche wolle. Da habe sie «spinnst du?» zu ihm gesagt, worauf er wieder gegangen sei.

Wie ein Film…

Beim Zwischenfall in der Heupause sei sie wie gelähmt gewesen. Sie habe sich die ganze Zeit gefragt, warum der Mann, der für sie «wie ein Vater» war, so etwas mache. Schliesslich sei er ja mit ihrer Mutter zusammen, sagte die inzwischen zur jungen Frau Herangewachsene zehn Jahre später vor dem Strafgericht. Die erlebten Szenen seien ihr immer wieder wie ein Film in den Sinn gekommen. Da ihre Mutter immer noch mit dem Mann zusammenwohnte, habe sie nach ein paar Jahren das Haus verlassen.

Schweizer gesteht, aber…

Er habe der Tochter seiner Lebenspartnerin damals in einer Pause beim Heuen wirklich über den Kleidern an die Brust gelangt, «dann merkte ich, dass es ein Fehler war». Er habe sofort aufgehört. Alles andere sei vom Opfer nach und nach erfunden und hinzugefügt worden. Das Opfer sei sehr enttäuscht darüber, dass ihre Mutter ihr nicht glaube und nach wie vor mit dem Beschuldigten zusammenlebe.

Kosten als «Denkzettel» 

Das Strafgericht glaubte der Schilderung der Frau und verurteilte den Mann anklagegemäss wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind. Für ihn gabs eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 90 Franken. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Auf das beantragte Tätigkeitsverbot trat das Gericht gar nicht ein. Auf die Verhängung einer Busse verzichtete das Strafgericht, weil die vorgeworfenen Taten zehn Jahre zurückliegen und der Beschuldigte sich seither «wohl verhalten» habe.

Die Kosten, die der Beschuldigte zu tragen habe, seien ihm genug «Denkzettel». So wurden ihm die Verfahrenskosten von 15 000 Franken vollumfänglich aufgebürdet. Er hat dem Opfer zudem eine Genugtuung von 3'000 Franken, einen Schadenersatz von rund 240 Franken und eine Prozessentschädigung von 1'000 Franken zu entrichten.

Ruggero Vercellone, freier Mitarbeiter