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08.07.2020
08.07.2020 10:19 Uhr

Corona-Hotspot: St.Galler IT-Unternehmen hat Lösung

Der Schock nach dem Superspreader-Fall in einem Club sitzt tief. Das Nachtleben steht auf der Kippe. Ein St.Galler IT-Unternehmen soll Abhilfe schaffen.

Michael Frommenwiler, Projektmanager beim St.Galler IT-Unternehemn «Vadian.net», hat am eigenen Leib erfahren, dass die durch das neue Corona-Virus ausgelöste Krankheit Covid 19 mehr ist als nur eine Grippe. «So etwas hatte ich noch nie», sagt er. Dabei hatte Frommenwiler noch Glück und konnte die Krankheit zu Haus durchstehen, trotzdem hat ihn das Virus stark mitgenommen. Schon in den ersten elf Tagen hat er acht Kilogramm an Gewicht verloren.

Auch aufgrund dieser persönlichen Erfahrung hat Michael Frommenwiler viel Herzblut in die rasche Entwicklung einer Lösung für die Club-Szene gesteckt: «Ich will helfen, die Leute vor einer Ansteckung zu schützen.»

Angeregt wurde die Entwicklung durch eine Anfrage vom Verein Nacht Gallen, der Interessengemeinschaft von Gastronomie- und Kulturbetrieben sowie Veranstaltern im St.Galler Nachtleben. Den Club-Betreibern fehlte eine befriedigende Lösung um der Registrations-Pflicht ohne immensen Aufwand nachkommen zu können.

Registration vorgeschrieben
Besucherinnen und Besucher von Bars und Clubs müssen sich vor Ort registrieren – dabei werden aber oft falsche Angaben gemacht, wie der Superspreader-Fall von Zürich deutlich machte. Mit «Quickreg.ch» hat das als Internet-Pionier bekannte St.Galler IT-Unternehmen«Vadian.net» eine einfache und pragmatische Lösung entwickelt, die eine in jeder Beziehung korrekte Registration ermöglicht.

Im Gegensatz zu anderen Lösungen ist es nicht notwendig, dass die Gäste zuerst eine App herunterladen. «Unsere Lösung basiert auf einem SMS-Service», erläutert Frommenwiler. Der jeweilige Club kann sich auf Quickreg.ch eintragen, dann läuft die Anwendung. Die Gäste geben am Eingang ihre Daten – Name und Handynummer – an, der Name wird anhand eines Ausweises verifiziert. An die angegebene Handy-Nummer wird dann eine SMS mit einem Code geschickt. Ist die Handy-Nummer korrekt, kann mit dem Code die Anmeldung abgeschlossen werden.

Daten werden wieder gelöscht
Durch diesen vergleichsweise kurzen Vorgang wird sicher gestellt, das der Club die richtigen Kontaktdaten seiner Besucherinnen und Besucher aufnimmt. Diese Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und nach 14 Tagen auch aus der Datenbank des Clubs wieder gelöscht.Es sei denn, Gäste setzen bewusst einen Haken bei der Option, unter dieser Adresse Informationen vom Club zu erhalten.

Durch diese Opt-in-Möglichkeit entsteht den Clubs ein willkommener Zusatznutzen. Die Club-Betreiber zahlen eine Gebühr für die tatsächlich versandten SMS, darüber hinaus entstehen keine weiteren Kosten, womit die Lösung für die Betriebe günstig ist. Mit der Opt-in-Lösung für Newsletter oder ähnliche Informationen haben die Gäste die Kontrolle über ihre Daten. «Vielleicht haben in Zürich einige Gäste falsche Angaben gemacht, weil sie befürchteten, sonst zugespamt zu werden», gibt Michael Frommenwiler zu bedenken.

St.Galler Club Kugl ist zufrieden
Eine Nachverfolgung und Warnung der Gäste im Falle einer Ansteckung im betreffenden Club wird so erschwert oder gar verunmöglicht, wie sich in Zürich zeigte. Club-Betreiber zufrieden Quickreg.ch wird gerade bei verschiedenen St.Galler Clubs ausgerollt, im Kugl ist die Lösung bereits im praktischen Einsatz.

«Der Aufwand für uns ist kleiner, und die erhobenen Daten sind präziser», fasst Kugl-Geschäftsführer Daniel Weder die ersten Erfahrungen zusammen. Die Akzeptanz unter den Gästen sei gut, seit der Wiedereröffnung unter Corona- Bedingungen habe es noch keine Reklamationen gegeben.

St.Gallen24/pd