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Tuggen
17.09.2022

Tuggen will seine Vision eines neuen Zentrums verwirklichen

Dieser Blick vom Gallusplatz gegen den bereits erneuerten «Löwen» hin ist mehr als eine Vision. Denn so könnte der weiterentwickelte Dorfplatz von Tuggen gemäss Siegerprojekt in wenigen Jahren aussehen.
Dieser Blick vom Gallusplatz gegen den bereits erneuerten «Löwen» hin ist mehr als eine Vision. Denn so könnte der weiterentwickelte Dorfplatz von Tuggen gemäss Siegerprojekt in wenigen Jahren aussehen. Bild: Illustration bbz
«Vision Zentrumsentwicklung Tuggen» nennt sich ein ambitioniertes Projekt der Gemeinde Tuggen. Während die Schaffung eines neuen Zentrums im Gebiet Änedaa noch eine Vision bleibt, wird die neue Ausgestaltung des historischen Dorfkerns bereits traktandiert.

Letzte Woche informierten sich 150 Tuggnerinnen und Tuggner im Rahmen eines Informationsabends über die «Vision Zentrumsentwicklung Tuggen». Wohlwissend, dass es bei der Gestaltung ihres Dorfkerns noch «viel Luft nach oben» gibt, zumal fast alles dem Verkehr untergeordnet ist.

Verdichtung heisst die Devise

Hier setzte nach der Begrüssung durch Gemeindepräsident René Knobel Gemeinderat und Baupräsident Daniel Schönenberger an. Das revidierte Raumplanungsgesetz fordere eine Innenverdichtung ein, erklärte er.

Gestartet ist die Gemeinde Tuggen deshalb 2019 mit einer Bevölkerungsumfrage, die von erstaunlich vielen Einwohnern beantwortet wurde. Dabei stellte sich neben Einkaufsmöglichkeiten und Wohnen im Alter der Wunsch nach einem attraktiven Dorfzentrum als vordringlich heraus.

Im kommunalen Richtplan, vom Regierungsrat bereits genehmigt, hat der Gemeinderat Tuggen die behördenverbindliche Grundlage für diese Anliegen geschaffen. Konkret sollen die Strassenräume im Dorfzentrum durchgehend umgestaltet und der historische Dorfkern in Richtung Süden erweitert werden. Zudem sollen die beiden Zentren attraktiv miteinander verbunden werden.

Vision in Studienauftrag packen

Als nächster Schritt wurde ein Studienauftrag durchgeführt. Verlangt wurde eine Vision für die gesamthafte Zentrumsentwicklung, etappiert in mögliche Themenfelder. Drei Fachteams haben dazu Ideen geliefert, die von einer breit abgestützten Jury beurteilt wurden. 

Die Projektstudie «Am Weg» des Teams bbz Landschaftsarchitekten Bern, Joos & Mathys Architekten Zürich, sowie Büro Dudler Raum- und Verkehrsplanung Biel wurde einstimmig zum Siegerbeitrag bestimmt.

Tino Buchs, Mitinhaber der federführenden bbz Landschaftsarchitekten, stellte ihre bereits überarbeitete Version den Anwesenden vor. Im Prinzip geht es darum, dass die beiden Zentren des Dorfes weiterentwickelt und besser miteinander verbunden werden sollen. Denn Tuggen weist eigentlich zwei Zentren auf: Auf der einen Seite das historische Tuggen mit seinem dörflichen Charme, auf der anderen das neue Zentrum Änedaa, welches seit der Linthkorrektur stetig gewachsen ist und mit einer neuen Zentrumsbebauung inklusive neuem Gemeindehaus erweitert werden soll.

Zwei Zentren und ihre Verbindung

Als Mittelpunkt des historischen Zentrums entsteht ein Dorfplatz als Treffpunkt, Markt- und Festplatz. Vor dem Gasthaus Löwen lädt ein Kiesplatz unter dem Kastanienbaum zum Verweilen, direkt daneben plätschert das Wasserspiel, welches an den verlandeten Tuggenersee erinnert. Eine Natursteinpflasterung leitet bis auf den Gallusplatz. Wobei ganz allgemein der Perimeter des historischen Zentrums recht weit gefasst wird.

Das neue Zentrum Änedaa auf der anderen Seite der Alt Linth hat hingegen einen modernen, urbanen Charakter im Zusammenspiel mit den prägenden Bauten der Tulux. Es soll ein neues identitätsstarkes Zentrum entstehen, zwei Plätze und mehrere Wohnbauten sind angedacht, auch Gewerbe mit verschiedensten Geschäften soll Platz finden.

Hier kommt dann die moderne Piazza ins Spiel, sie bildet das Gegenstück zum Dorfplatz. Zu liegen kommt dieses «neue» Zentrum in etwa auf die bestehenden Sportanlagen. Der zukünftige Bedarf an Sportfeldern kann dann bei der Riedlandhalle erstellt werden.

Verbunden werden das Zentrum Änedaa und das historische Zentrum mittels einer optimierten Verkehrsreorganisation, die weniger auf den Autoverkehr ausgerichtet ist. Durchgehende, beidseitige Trottoirs verbinden deshalb die beiden Zentren. Eine weitere neue Verbindung umfasst Änedaa und die umliegenden Quartiere südlich der Alt Linth mit Quartieren im Norden und dem Ortszentrum – und zwar per Fussgängerbrücke.

Erste Etappe wird bereits real

Nun nennt sich das Ganze «Vision» – wie gross ist die Chance auf eine Verwirklichung? Gut, sind die Verantwortlichen überzeugt, zumindest die erste Etappe, die Erneuerung des historischen Dorfkerns. Vorerst kann die Tuggner Bevölkerung bis 21. September jeweils von 18 bis 22 Uhr in der Riedlandhalle einen Augenschein der Varianten nehmen.

Bereits an der Gemeindeversammlung vom 25. November dieses Jahres ist dann ein Projektierungskredit für das Teilprojekt «Strassenraumgestaltung Dorfkern» traktandiert. Bei Überweisung wird am 12. März 2023 darüber abgestimmt. Danach könnte die Projektierungsphase beginnen und über den Baukredit abgestimmt werden. Nach dem Bewilligungsverfahren im Jahr 2024 könnte voraussichtlich 2025 mit dem Bau gestartet werden.

Andreas Knobel, March24 & Höfe24