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Sport
26.06.2020
28.06.2020 18:58 Uhr

Langlauf-Geschwister: Mit Crowdfunding an die Spitze

Haben gut lachen: David und Tabea Knobel können hoffentlich bald den Trainingsraum einrichten.
Zwei Langlaufathleten aus Ernetschwil mit Wurzeln in Altendorf haben Talent, Erfolg und einen grossen Traum: einen eigenen Trainingsraum. Für diesen braucht es Geld. Noch bleiben vier Tage Zeit...

David und Tabea Knobel, Sohn und Tochter von Hanspeter und Katja Knobel-Marty – er der erfolgreichste Biathlet unserer Region mit Teilnahme an den Olympischen Spielen 1994 in Lillehammer (Platz 33), sie ebenfalls bekannt als Flötistin – aus der March, betreiben Langlauf als Spitzensport. Der 18-jährige David kann dabei schon beachtliche Erfolge aufweisen. So wurde er Schweizer Meister der U16; vor zwei Jahren Dritter an den U-18 Schweizer Meisterschaften und dieses Jahr folgte die Teilnahme an der Jugendolympiade in Lausanne – und als Krönung gelang ihm auch der Sprung ins C-Kader U20.

Aber auch seine um zwei Jahre jüngere Schwester kann bereits auf einige Erfolge zurückblicken: So holte sie sich an der U15 Helvetia Nordic Trophy in Le Brassus den 1. Rang, an der U15 Schweizermeisterschaft wurde sie Dritte und in der Gesamtwertung im Voralpencup 2020, bei den U16, da holte sie sich ebenfalls den grandiosen ersten Tabellenplatz.

Klares Ziel vor Augen

Die beide jungen Athleten sind fokussiert auf ein klares Ziel, und das heisst, eines Tages an der nationalen Spitze zu laufen. Dafür nehmen sie viel in Kauf – fast die ganze Freizeit geht drauf. Von den finanziellen Kosten schon gar nicht zu reden. Beide trainieren im Skiclub am Bachtel, in der Regel stehen sechs bis acht Trainings pro Woche auf dem Programm. Vom heutigen Wohnort Ernetschwil bis nach Wald/Gibswil ist es jeweils eine kleine Reise, deshalb sind sie froh, dass der Vater, der ebenfalls dort trainiert, sozusagen als «täglicher Trainingschauffeur» fungiert.

Hohe Kosten für die jungen Sportler

Trainingsaufwand, Infrastruktur, Material, und, und und: das alles geht jedes Jahr ganz schön ins Geld. Um die Eltern zu entlasten kümmert sich die Schwester der beiden Sportler um das Marketing und die Sponsorensuche. Dass das in dem Alter gar nicht so einfach ist, lässt sich nicht von der Hand weisen. Deshalb haben sie sich einen weiteren Weg ausgedacht, und der heisst Lokalhelden.ch, ein Projekt der Raiffeisen, das wie ein Crowdfunding funktioniert. «Ich bin per Zufall mit meiner Schwester auf die Seite von Lokalhelden gestossen, und dadurch ist die Idee entstanden, dies auch für unser Vorhaben zu nutzen», erinnert sich Tabea Knobel.

Hier in diesem Holzgebäude soll in kürze der neue Trainingsraum eingerichtet werden.

Der Traum vom eigenen Trainingsraum

CHF 8'000 müssen die beiden generieren, damit sie sich einen eigenen Trainingsraum finanzieren können. Das würde sie enorm entlasten und ihnen mehr Freiraum geben. «Wir sind schon bei über 6’800 Franken angekommen», jubelt David, seiner Schwester steht das Lachen ebenfalls im Gesicht. «Wir sind jeden Tag «gwundrig» und schauen, wie viele sich schon an unserer Aktion beteiligt haben.»

Und dies kann sich durchaus sehen lassen: 35 Leute haben sich bereits entschlossen, die junge Athleten ihren Traum mit einem kleineren oder grösseren Beitrag zu unterstützen. «Wir sind mega dankbar», meinen beide unisono und versuchen mit allen Mitteln, auch ein Dankeschön retour zu geben - zum Beispiel mit einem gemeinsamen Training auf den Langlaufskis oder mit einer Einladung zur Einweihung des Trainingsraumes, inklusive Apéro.

Die Crowdfunding-Aktion von David und Tabea Knobel läuft noch bis 30. Juni 2020. Alle wichtigen Informationen für die Unterstützung der beiden finden Sie hier. 

Rolf Lutz, Linth24