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Leserbrief
Leserbriefe
10.09.2022
11.09.2022 13:21 Uhr

Leserbriefe zur Abstimmung Massentierhaltungsinitiative

Am 25. September stimmt das Schweizer Stimmvolk unter anderem über die Massentierhaltungs-Initiative ab.
Am 25. September stimmt das Schweizer Stimmvolk unter anderem über die Massentierhaltungs-Initiative ab. Bild: massentierhaltung.ch
Die Initiative will den Schutz der Würde von Nutztieren wie Rindern, Hühnern oder Schweinen in die Verfassung aufnehmen. Sie will zudem die Massentierhaltung verbieten, weil dabei das Tierwohl systematisch verletzt werde.

In Form von Leserbriefen äussern unsere Leserinnen und Leser ihre Meinung. Sie argumentieren für oder gegen die Initiative oder hinterfragen sie kritisch.

Hohes Tierwohl-Niveau in der Schweiz

Die Schweizer Landwirtschaft ist bereits heute auf einem hohen Stand, was Tierschutz und Tierwohl angeht. Seit Jahrzehnten entwickelt sich die Tierhaltung laufend weiter. Einige Beispiele: Seit 2008 gelten zahlreiche strengere Mindestmasse für Ställe, seit 2010 dürfen Ferkel nur noch mit Schmerzausschaltung (Narkose) kastriert werden, seit 2013 müssen Kälber Raufutter (z. B. Heu) erhalten, seit 2018 ist keine Schweinemast auf Vollspaltenböden mehr erlaubt.

Diese Entwicklung ist nicht abgeschlossen. Gleichzeitig gibt es immer mehr Bäuerinnen und Bauern, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen und bei Tierwohl-Labels mitmachen.

Die Initiative gegen die Massentierhaltung ist deshalb unnötig und man kann sie mit gutem Gewissen ablehnen.   

Sepp Schuler jun., Lachen, FDP-Kantonsrat

Bevormundung und Ruin

In der Schweiz sind die Nutztierbestände bereits limitiert. Das Tierwohl ist mit vielen Vorschriften weit besser gesichert als im Ausland. Mit der Massentierhaltungsinitiative soll die Nutztierhaltung in der Schweiz noch mehr eingeschränkt werden. Mindestens die Vorgaben von Bio Suisse müssten für alle gelten. Das würde die Herstellung von tierischen Produkten um 20 bis 40 % verteuern. Der derzeit gekaufte Anteil von Bio-Produkten machte 2020 im Durchschnitt 11 % aus. Die rest-lichen 89 % würden somit zum Bio-Konsum gezwungen. Es ist eine Illusion, dass alle Schweizer Konsumenten den Schweizer Landwirten für die tierischen Nahrungsmittel für die höheren Auflagen faire Preise bezahlen können oder wollen. Der Konsument würde bevormundet und die Schweizer Landwirtschaft finanziell ruiniert.

Bruno Beeler, Präsident Die Mitte Schwyz, Kantonsrat, Goldau

Darum gehts: 

Redaktion March24 & Höfe24