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Feusisberg
01.09.2022
30.08.2022 17:42 Uhr

Feusisberg soll Wartgeld für Hebammen zahlen

Für Kontrolluntersuche müssen werdende Mütter nicht unbedingt zur Frauenärztin gehen, Hebammen führen diese ebenso professionell durch.
Für Kontrolluntersuche müssen werdende Mütter nicht unbedingt zur Frauenärztin gehen, Hebammen führen diese ebenso professionell durch. Bild: Keystone
Die Gemeinde soll dem Beispiel von Freienbach, Altendorf sowie Lachen folgen und die Kosten für den Hebammenpikettdienst übernehmen. Dies fordern GLP und SP.

Zeiten ändern sich. Verbrachte früher eine junge Mutter mit ihrem Neugeborenen eine Woche in der sogenannten Wöchnerinnenabteilung im Spital, kehren Mutter und Kind heute schon nach einem oder zwei Tagen nach der Geburt nach Hause zurück.

Durch die zunehmende Verlagerung in den spitalexternen Bereich und die merkbar frühere Entlassung aus dem Spital nimmt die Nachfrage nach freipraktizierenden Hebammen zu. «Die Ansprüche junger Familien an uns, unsere Leistungen, Angebote und Verfügbarkeiten steigen», sagte Doris Keller vom Verein Marchhebammen im Frühling gegenüber dem «March-Anzeiger».

Kanton will nicht für Wartgeld aufkommen

Während die konkrete Arbeit mit Mutter und Neugeborenem von der Krankenkasse übernommen wird, muss der Hebammenpikettdienst von den Eltern selber bezahlt werden.

Eine entsprechende Motion von Kantonsrätin Elsbeth Anderegg Marty (SP, Lachen/Altendorf) und sieben Mitunterzeichnenden, die die Schwyzer Gemeinden dazu verpflichten wollten, das Hebammenwartgeld zu übernehmen, wurde vom Kantonsrat im März 2021 abgelehnt.

Antrag bei Gemeinderat eingereicht

So bleibt nur der Weg über die Gemeinden. Seit Anfang Jahr übernehmen Altendorf und Lachen das Hebammenwartgeld. Bisher war Freienbach die einzige Gemeinde, die das Wartgeld übernommen hat. Nun soll auch die Gemeinde Feusisberg einen Hebammenpikettdienst finanzieren.

SP und GLP Feusisberg reichen dem Gemeinderat einen entsprechenden Antrag ein. Die Diskussion könne so auf Gemeindeebene geführt werden, heisst es in einer Medienmitteilung. Und die potenziell Zahlenden könnten selber entscheiden.

Jährliche Steuerbelastung von 8000 Franken

Für die Initianten ist klar, dass mit voraussichtlich 8000 Fr. jährlich die Belastung für die Steuerzahlenden verkraftbar ist. «Mit kleinem finanziellem Aufwand könnten so junge Familien in der Gemeinde entlastet, Gesundheitskosten gesenkt und die Höfe für Hebammen attraktiv gemacht werden», heisst es in der Mitteilung.

Das sei wichtig, weil sich ein Hebammenmangel abzeichnet. «Diesem können wir begegnen, wenn wir die Finanzierung der freiberuflichen Hebammen auf ein solides Fundament stellen, wie das die Gemeinde Freienbach bereits seit längerem macht.»

Redaktion March24 & Höfe24