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Auto & Mobil
01.08.2022

Töff-Grundkurs – ein «Selbstversuch»

Bild: Franz Feldmann, Redaktion March24 & Höfe24
Roller sind gerade im Trend – vielleicht wegen der hohen Benzinpreise. Wir haben eine praktische Grundschulung für den Motorrad-Fahrausweis in Wangen besucht. Drei mal vier Stunden dauert sie.

Nein, es ist nicht das fortschreitende Alter und die langsam aber sicher verschwindende Jugend, die mich dazu bewogen haben, nach all den Jahren des Abwägens und des Wieder-Verwerfen-des-Gedankens ein Motorrad zu kaufen. Ausschlaggebend war sicherlich, dass ich mit meinem neuen zweirädrigen Gefährt an der Tanksäule momentan einiges billiger davonkomme. Natürlich wäre es noch billiger, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

«Vor kurzer Zeit war die Nachfrage nach Rollern mit 125 Kubikzentimetern kaum da, wir hatten praktisch nichts an Lager», versichert mir die Verkäuferin des Rollers. Nun zieht die Nachfrage an. Vielleicht – sollten die Benzinpreise so bleiben, wie sie aktuell sind – könnten noch manche Leute auf die gleiche Idee kommen. 

  • Fahrlehrer Roger Schnellmann instruiert die Fahrschüler. Bild: Franz Feldmann, Redaktion March24 & Höfe24
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  • Nach einem ersten Kennenlernen und dem Umfahren von «Töggelis» im Gegenverkehr im Verkehrszentrum Tuggen wird auch das Anfahren am Berg instruiert und geübt. Bild: Franz Feldmann, Redaktion March24 & Höfe24
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Kategorie A1 prüfungsfrei

Da ich meinen Fahrausweis der Kategorie B erst spät erworben – und ich deswegen die Kategorie A1 nicht «gratis » bekommen habe – darf ich in die Ausbildung. Nach dem Lösen des Lernfahrausweises gehts zur Anmeldung für die praktische Grundschulung, das wollen die Änderungen der Regelung, die ab Januar 2021 eingeführt worden sind.

Wer ab 16 Jahren die Kategorie A1 bis 11 kW fahren will, muss eine praktische Prüfung absolvieren. Ab 18 Jahren entfällt diese, sofern die Kategorie B (Motorwagen) bereits erworben wurde. Alle anderen Kategorien müssen nach der PGS eine praktische Prüfung ablegen.

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  • Richtig bremsen will geübt sein. Bild: Franz Feldmann, Redaktion March24 & Höfe24
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Tipps rasch umgesetzt

Dreimal vier Stunden sind zu absolvieren. Das gilt für alle, die einen Motorradausweis machen wollen, unabhängig von der Grösse des Gefährts. Zwischen meinen 58 Jahren und der 16-Jährigen ist das Alter schön regelmässig verteilt. 

Das punktgenaue Anhalten sowie Manövrieren über ein Hindernis fällt mir mit dem Roller leicht. Doch beim Fahren im engen Korridor praktisch ohne Geschwindigkeit, da komme ich an meine Grenzen. «Knie zusammenpressen und möglichst weit nach vorne sitzen», rät mir Fahrlehrer Roger Schnellmann, der sich sonst mit weit schnelleren Tempi, vor allem als Bergrennfahrer, bestens auskennt. Und siehe da: Es klappt besser, auch wenn Gleichgewicht nicht unbedingt zu meinen Stärken gehört. Je länger wir um die orange-weissen «Töggeli» fahren, je mehr kommt das Gefühl von Lockerheit auf: Zweck erfüllt!

  • Im dritten und letzten Teil werden Gefahren auf Neben- und Waldstrassen besprochen, ehe es ans Kurvenfahren geht. Bild: Franz Feldmann, Redaktion March24 & Höfe24
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Am Schluss gibts die ersehnte Unterschrift. Bild: Franz Feldmann, Redaktion March24 & Höfe24

Das Wenden auf engstem Raum will ebenfalls gelernt sein, auch das klappt mit Übung immer besser. So fahren wir schön aufgereiht mit unseren gelben Leuchtwesten wieder zurück. Immer darauf achtend, keinen Schachtdeckel und keinen gelben Fussgängerstreifen zu überfahren. Mir war bis dahin gar nicht bewusst, wie viele Schachtdeckel auf unseren Strassen eingebaut sind.

Unendlich langer Bremsweg

Am zweiten Abend wird als Erstes das Augenmerk auf das Bremsen gelegt. Notbremse mit 50 km/h ist angesagt. Natürlich verschätzen wir uns Teilnehmer höllisch, was den Bremsweg mit der Hinterbremse anbelangt. Fahrlehrer Schnellmann zeigt uns eindrücklich, wie schlecht ein Motorrad nur mit der hinteren Bremse bremst, wie unendlich lange der Bremsweg ist. Also: Mit voller Kraft in die Bremshebel! Und das funktioniert. ABS sei Dank sogar hervorragend.

Zum Abschluss ist es soweit: Die begehrte Unterschrift kommt in den Lehrfahrausweis. Je nach Kategorie darf nun ohne «L» gefahren oder die Anmeldung an die praktische Prüfung gemacht werden. Nun liegt es an jeder und jedem Einzelnen, sicher durch die Töffsaison zu kommen.

Franz Feldmann, Redaktion March24 und Höfe24