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18.07.2022
19.07.2022 09:29 Uhr

Die tödlichen Wolfsattacken gehen weiter und der erhoffte Befreiungsschlag bleibt aus

Beunruhigendes Verhalten: Wieder haben Wölfe des Beverinrudels in Graubünden eine Mutterkuh gerissen.
Beunruhigendes Verhalten: Wieder haben Wölfe des Beverinrudels in Graubünden eine Mutterkuh gerissen. Bild: Symbolbild
Der Schock über die Tötung der siebenjährigen Mutterkuh in der Nacht von Freitag auf Samstag, den 8./9. Juli, sitzt bei den betroffenen Schamser Landwirten nach wie vor tief. Nun ist am Mittwochabend den 13.Juli erneut eine weitere ebenfalls vitale Mutterkuh durch das Beverin-Rudel auf der Nachbaralp Nera gerissen worden.

Der Hirte berichtete, dass er durch das Muhen und das Glockengeläute der flüchtenden Mutterkühe auf das ihm bis dorthin noch nicht bekannte, aber zu befürchtende Ereignis aufmerksam wurde. Auf der Nachtweide, die sich angrenzend an der Hütte befindet, angekommen, konnte er feststellen, dass einer seiner Mutterkühe die Flucht nicht gelang, und diese sich gegen mehrere Wölfe zur Wehr setzen musste. Dem Hirten gelang es, die Wölfe zu vergrämen. Nachdem die Wölfe vorerst das Weite suchten, blieb die schwer verletzte Mutterkuh zurück. Diese konnte sich im Schockzustand trotz dem weggebissenen Euter und den etlichen Verletzungsspuren am Rücken auf den Beinen halten. Der Tierarzt hat die Mutterkuh anschliessend von ihrem Leiden erlöst. Um den betroffenen Tierhalter und dem fassungslosen Hirten solidarisch zur Seite zu stehen, trafen sich am darauffolgenden Morgen zig Schamser Landwirte vor Ort. Einige davon sind sehr wütend, dass ihre Hilferufe um die Entfernung des Beverin-Rudels weder vom Bund noch von der Regierung gehört oder einfach nicht ernst genommen werden. Anderen wiederum war die stille Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit aus den Gesichtern abzulesen. Aus Sicherheitsgründen hat die Gemeinde Muntogna da Schons umgehend veranlasst das betroffene Wandergebiet abzusperren, um die Wanderer vor allfälligen Abwehrreaktionen der vom Wolf verstörten Rindviehherden zu bewahren.

Der Bündner Bauernverband und der Bündner ÄlplerInnen Verein begrüssen die Bemühungen des Kantons, das Ganze Beverin-Rudel entnehmen zu wollen und bedauern es sehr, dass das BAFU sich immer noch Quer stellt und lediglich den Abschuss von zwei Jungwölfen freigibt. Aufgrund der zögerlichen Haltung des BAFU, ist die Frage angebracht, wie viele Nutztiere noch gerissen werden müssen, bevor sich das BAFU und Bundesrätin Sommaruga ein Herz fassen und Sofortmassnahmen treffen. Auch stellt sich die Frage, wer von unseren Bundesbeamten den Kopf hinhält, wenn das Wolfsrudel, anstatt eine 700 kg schwere Mutterkuh eine 70 kg schwere Hirtin attackiert. Der Bündner Bauernverband und der Bündner ÄlplerInnen Verein versuchen es trotzdem noch einmal und fordern dementsprechend Bundesrätin Sommaruga auf, das Beverin-Rudel umgehend zu entnehmen.

Pressedienst/March24&Höfe24
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