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10.07.2022
11.07.2022 10:46 Uhr

Tierhasser streut Rattengift in den Garten und vergiftet Vögel

Dieser herzige Spatz musste dran glauben – er starb, nachdem er von den Giftködern gefressen hatte.
Dieser herzige Spatz musste dran glauben – er starb, nachdem er von den Giftködern gefressen hatte. Bild: zvg
Eine Höfnerin fütterte Vögel in ihrem Garten. Dies ging einer unbekannten Person gegen den Strich, welche infolge die Vogelschar vergiftete. Kein Kavaliersdelikt – wie Jagdaufseher Manuel Wyss betont.

Statt fröhlichem Vogelgezwitscher herrscht bei einer Höfnerin (Name der Redaktion bekannt) im Garten Stille. Totenstille. «Nicht einmal die Igel sind zurückgekehrt», erzählt die Frau und ringt mit den Tränen. Die beiden Igelhäuschen im Garten sind verwaist.

Der Grund für die Abwesenheit ihrer gefiederten und stacheligen Freunde: Rattengift. Dieses haben Unbekannte Ende Februar in einer Nacht- und Nebelaktion grosszügig in Form von Futterködern im Garten verstreut. «Einer der Vögel ist qualvoll in meiner Hand gestorben», so die Höfnerin sichtlich bewegt.

Köderanalyse bestätigt Rattengift-Verdacht

Sie und ihre Tochter hätten die Giftköder sofort nach dem Entdecken gründlich zusammengekehrt. «Wir haben daraufhin die Polizei verständigt », so die Frau. Die Kantonspolizei Schwyz bestätigt auf Anfrage, dass Anzeige erstattet wurde.

«Die ausgestreuten Köder wurden analysiert und es handelt sich dabei um ein Rattengift», schreibt David Mynall, Sachbearbeiter Kommunikation. Leider hätten die Ermittlungen keine Hinweise zur Täterschaft ergeben, daher seien sie eingestellt worden.

Statt Vogelfutter hat jemand mit Rattengift versetzte Körner in den Garten einer Höfnerin gestreut. Bild: zvg

Beklemmendes Gefühl bleibt

Wer hinter der Gift-Attacke stecken könnte, weiss die Höfner Vogel-Liebhaberin nicht. Zwar stiess es nicht bei allen Nachbarn auf Gegenliebe, dass sie die Vögel in ihrem Garten gefüttert hat. Vor allem die Tauben waren unbeliebt. «Diese habe ich aber nicht gefüttert, sondern jeweils weggescheucht», betont sie.

Einige Nachbarn hätten sich aber wegen Lärm und Verunreinigungen durch Vogelkot beschwert. Die Höfnerin liess sich dadurch nicht beirren. «Die Vögel haben mir in einer sehr schweren Zeit Trost gespendet», erzählt sie. Finken, Amseln, Meisen und Spatzen hätten sie jeweils besucht.

Die Situation hinterlässt bei der Höfnerin ein beklemmendes Gefühl. Schliesslich ist jemand, den sie vielleicht persönlich kennt, unbesehen in ihren Garten eingedrungen, um die geliebten Vögel zu vergiften.

Keine Lappalie

Und dies ist weit weg von einem Kavaliersdelikt, wie Manuel Wyss, Jagdverwalter des Kantons Schwyz, auf Anfrage versichert. Zum einen greife hier das Schweizer Tierschutzgesetz. Tiere dürften nicht einfach so verletzt oder getötet werden, schon gar nicht auf so qualvolle Weise.

Hier droht gemäss Auskunft der Schwyzer Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Eine solche Tat gründe oftmals in einer ganzen Reihe von strafbaren Handlungen. Zum Beispiel auch Hausfriedensbruch wegen des unerlaubten Eindringens in den Garten. Dies sei keine Lappalie. Zumal in diesem Fall nicht nur die Vögel, sondern auch Katzen oder andere Raubtiere wie Marder oder Füchse mitvergiftet werden können.

Manuel Wyss empfiehlt, die Polizei zu rufen, wenn der Verdacht besteht, dass Personen Giftköder ausgelegt haben – ungeachtet, ob dies Wildtiere oder Haustiere betreffe.

Franziska Kohler, March24 & Höfe24
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