Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Lachen
22.06.2022
22.06.2022 14:22 Uhr

Von Urkundenfälschung bis Fahren ohne Nummernschild

Eingang zum Bezirksgericht March
Eingang zum Bezirksgericht March Bild: Franziska Kohler
Das Bezirksgericht March hatte über eine lange Liste von Anklagepunkten zu urteilen. Ein 41-jähriger Finanzberater aus der Region hatte sich einiges zu Schulden kommen lassen.

Gleich vorweg: Das March sprach den Beschuldigten, einen 41-jährigen Finanzberater, in den meisten Punkten schuldig. Es verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von acht Monaten, einer Busse von 1050 Franken und einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen à 30 Franken. Die Haft- und Geldstrafe werden aufgeschoben, bei einer Probezeit von drei Jahren. Zudem hat der Beschuldigte die Untersuchungs- und Verfahrenskosten von rund 37 600 Franken zu begleichen.

Betreibungsauszug frisiert

Aber von vorn. Da der Beschuldigte in den Jahren 2013 und 2015 bei der Wohnungssuche keinen blütenreinen Betreibungsregisterauszug vorweisen konnte, behalf er sich in zwei Fällen selbst und manipulierte diesen, indem er die Einträge abdeckte, den Auszug kopierte und das ganze der künftigen Vermieterschaft per Fax zustellte. Dumm nur: Dies ist strafbar, da er sich damit einen unrechtmässigen Vorteil verschaffte – denn ohne diesen «Trick» hätte er den Zuschlag für die Wohnung sehr wahrscheinlich nicht bekommen. Der Beschuldigte räumte ein, die Tat begangnen zu haben, mit der Begründung, er habe seiner Familie ein schönes Zuhause bieten wollen.

Unterhalt schuldig geblieben

Im Weiteren blieb der Beschuldigte seiner Ex-Ehefrau und dem gemeinsamen Kind nach der Trennung die Unterhaltszahlungen über monatlich 8000 Franken schuldig – abgesehen von einer einmaligen Zahlung von 1400 Franken. Pikant: Als 2015 die Höhe der Unterhaltszahlung festgelegt wurde, wies der heute 41-Jährige einen Verdienst über 426 547 Franken im Jahr aus. Er hätte sich die Zahlung zumindest  zum damaligen Zeitpunkt durchaus leisten können. 

Frau die Treppe heruntergestossen

Im Frühling 2015 soll er seine damalige Ehefrau nach einem Streit geschubst haben, so dass diese in alkoholisiertem Zustand die Treppe herunterfiel und sich dabei verletzte. Die Verteidigung stellte den Sachverhalt so dar, dass der Beschuldigte die Frau nur mit Nachdruck zum Verlassen der gemeinsamen Wohnung auffordern wollte. Dies vermochte das Gericht aber nicht zu überzeugen.

Ohne Nummernschild gefahren

Auch im Strassenverkehr sorgte der Beschuldigte für Aufsehen. So war er im Frühling 2016 in der Stadt Zürich nach dem Konsum von rund neun Dezilitern Whiskey-Cola noch ins Auto gestiegen und wurde prompt dabei erwischt. Dies kostete ihn den Führerschein.

Nur drei Monate später war er dennoch mit dem Auto unterwegs, und zwar mit überhöhter Geschwindigkeit auf der A3, wie eine Geschwindigkeitsmessung im Uetlibergtunnel belegte. Dieser Anklagepunkt wurde allerdings fallengelassen. Die Verteidigung führte an, dass es sich dabei nur um eine Übertretung handelte, die mit einer Ordnungsbusse geahndet wird. Dies hätte gar nicht zur Anklage kommen sollen und wäre zudem mittlerweile verjährt. Die Staatsanwaltschaft räumte dies ein. Blieb das Fahren ohne Führerschein.

Riskantes Überholmanöver

Genau einen Monat später fiel der Beschuldigte gleich mehrfach durch seine Fahrweise auf – ohne Nummernschild und Führerschein notabene. So war er am frühen Abend auf der Etzelstrasse in Pfäffikon unterwegs. In einer unübersichtlichen Linkskurve beim Restaurant «Luegeten» überholte er einen Personenwagen, bog allerdings zu früh wieder ein und kollidierte leicht mit dem eben erst überholten Fahrzeug – wobei dies die Leitplanke touchierte. Daraufhin fuhr der Beschuldigte einfach weiter.

Die Verteidigung räumte zwar im Namen des Beschuldigten ein, dass er an dieser unübersichtlichen Stelle zum Überholen angesetzt hatte, er habe aber das Manöver abbrechen wollen, sei wieder eingebogen und habe nicht bemerkt, dass er ein anderes Auto touchiert hatte. Darum habe er sich auch nicht wissentlich von der Unfallstelle entfernt, um einem allfälligen Alkohol und Drogentest zu entgehen, wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft. Anscheinend konnte das Gericht diese Zweifel nicht ausräumen und sprach den Beschuldigten in diesem Fall vom Vorwurf der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit frei.

Strolchenfahrt ging weiter

Am selben Tag fiel der Beschuldigte weiter durch seine aggressive und rücksichtslose Fahrweise auf, so überholte er mehrfach rechts, bei Hinwil sogar auf dem Pannenstreifen. In Auslikon drückte er dann auf der Höhe des Restaurants Sonne auf die Tube und war innerorts mit massiv überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. 

Franziska Kohler, Redaktion March24 und Höfe24