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Altendorf
16.05.2022

Zeitreise an eine längst vergangene Geburtstagsfeier

30 Jahre lang lag die Karte im Heustock verborgen. Sie wurde dereinst an einer Geburtstagsparty in Zürich mit einem Ballon in die Lüfte geschickt.
30 Jahre lang lag die Karte im Heustock verborgen. Sie wurde dereinst an einer Geburtstagsparty in Zürich mit einem Ballon in die Lüfte geschickt. Bild: Karl Oberholzer
30 Jahre lang lag die Ballonkarte im Heustock in Altendorf, bis Landwirtin Elfriede Weber sie fand. Ein pensionierter Schriftsetzer recherchierte und stiess auf Raphael Hafen aus Affoltern, der die Karte 1992 an einer Geburtstagsparty in die Lüfte geschickt hatte.

Raphael Hafen war zwar nicht das alleinige Geburtstagskind, kann sich aber noch vage an eine Geburtstagsfeier von 1992 erinnern, die auf der Escher Höhe in Zürich stattfand. Sie hätten gemeinsam zu dritt gefeiert, weil sie alle in dieser Zeit Geburtstag hatten. Der heute 38-jährige Vater dreier Kinder ist in der Stadt Zürich aufgewachsen und wohnt nun in Affoltern – und er staunte nicht schlecht, als er nach 30 Jahren das Kuvert mit der Karte in den Händen hielt. Damit dies möglich war, brauchte es einiges an Dedektivarbeit. 

30 Jahre lang mussten die Absender auf eine Antwort warten. Bild: KarlOberholzer

In altem Heustock verborgen

Gefunden hatte die Karte unlängst die Bäuerin Elfriede Weber vom Altendörfler Hof Halden in einem alten Heustock. Sie wollte einmal Ordnung schaffen und fand einen Abnehmer für das alte, nicht mehr als Futter verwendbare Heu. Nach dem Räumen kam eine alte Karte zum Vorschein, wie sie jeweils bei den damals sehr beliebten Ballonwettbewerben verwendet wurde. 

Elfriede Weber fand die Ballon-Karte beim aufgeräumten Heustock. Bild: Stefan Grüter

Postdedektiv leistete ganze Arbeit

Die Dedektivarbeit übernahm der pensionierte Schriftsetzer Karl Oberholzer, Elfriede Weber fand über ihren Nachbarn Christian Mächler zu ihm. Oberholzer hilft beim Gemüsebauern gelegentlich mit. «Zwar stand eine Adresse auf der Karte, aber ausgerechnet der Strassenname verschwand im Schnurloch. Auf Anhieb liess sich auch kein Familienname erkennen», erzählt Oberholzer . Er schickte die Karte trotz unvollständiger Adresse ab. Dank eines Postdedektivs fand die Karte dennoch den Weg zur richtigen Person. 

An die Geburtstagsfeier selbst kann sich Raphael Hafen zwar nicht mehr erinnern – er vermutet aber, dass es der achte Geburtstag war. Er zeigte die Karte seinen beiden «Geburtstag-Gspändli», mit denen er noch heute Kontakt hat. Sie alle seien baff gewesen, dass die Karte nach so langer Zeit den Weg zurück gefunden hatte. Ob es damals etwas zu gewinnen gab, daran können sie sich aber nicht mehr erinnern. 

Sie haben damals auf der Escher Höhe in Zürich gefeiert: Raphael Hafen und seine «Gspändli». Bild: Privatarchiv
Stefan Grüter, Redaktion March 24 und Höfe 24