Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Magazin
13.05.2022

Freitag und die 13: Unglückstag und «Teufelsdutzend»?

Bei vielen löst ein Freitag, 13. ein mulmiges Gefühl aus.
Bei vielen löst ein Freitag, 13. ein mulmiges Gefühl aus. Bild: Wikimedia
Heute ist es wieder so weit: Es ist Freitag, der 13. Im Volksglauben gilt er als Unglückstag – sogar in doppelter Hinsicht. Woher kommt diese Annahme und ist dies in allen Kulturen so?

Paraskavedekatriaphobie heisst sie, die irrationale Furcht vor einem Freitag, dem 13. Und sie ist weit verbreitet – selbst Menschen, die sich selbst nicht als abergläubisch verstehen, überkommt mitunter ein mulmiges Gefühl, wenn sich an einem solchen Tag ein Zahnarzttermin oder eine wichtige Prüfung anbahnt. In einigen Hotels fehlt auch heute noch der 13. Stock oder das 13. Zimmer. Aber ist der Freitag, der 13. wirklich ein Unglückstag? Eine Auswertung der Zürich Versicherung von 2015 zeigt jedenfalls, dass an diesem Tag nicht mehr Schadensfälle zu verzeichnen sind als sonst. Aber vielleicht ist dies so, weil alle Unglücksraben an diesem Tag lieber gleich im Bett bleiben? 

Deutungsversuche für diesen Aberglauben gibt es viele. Eine davon besagt, dass der Freitag zumindest im Christentum seit jeher als Fast- und Trauertrag gilt. Gemäss dem neuen Testament wurde Jesus Christus an einem Freitag gekreuzigt – siehe Karfreitag. 

Das «Teufelsdutzend»

Und was ist mit der Zahl 13? Ihre Karriere als Unglückszahl begann sie bereits in der nordisch germanischen Mythologie. Zwölf nordische Götter sollen den Tod des Gottes Baldur betrauert haben – der zwielichtige Feuergott Loki, der für dessen Tod verantwortlich war, trat als dreizehnter hinzu. Später löst er in den Sagenerzählungen den Ragnarök aus, den Weltuntergang. Und Judas Ischariot, der gemäss dem Neuen Testament Jesus verraten hatte, war beim Letzten Abendmahl der 13. am Tisch. 

Im christlichen Kulturraum ist «Der Dreizehnte» darum ein Synonym für den Teufel. Die Zahl 13 wird als «Teufelsdutzend» bezeichnet. Im Tarot ist die 13. Karte dem Tod zugeordnet. 

Und auch in den Märchen der Gebrüder Grimm kommt die 13 nicht gut weg. Die 13. Fee ist nicht an die Geburtstagsfeier von Dornröschen eingeladen und spricht darum den Fluch aus, der alle im Schloss 100 Jahre schlafen lässt – bis der edle Prinz Dornröschen wachküsst. 

Andere Länder – andere Glückszahlen

Aber die Zahl 13 ist nicht nur negativ behaftet. In Japan gilt sie als Glückszahl – wie auch in der jüdischen Tradition. Sie gilt dort als Symbol Gottes, weil sie über der Zwölf steht. Diese steht für die zwölf Stämme Israels und das Zwölfprophetenbuch in der hebräischen Bibel. 

Und ein «Bäckerdutzend» war im Mittelalter ein Grund zur Freude. Da zu jener Zeit drakonische Strafen drohten, wenn Masse oder Gewichte nicht eingehalten wurden, packten Bäcker jeweils beim Kauf eines Dutzends ein Gebäckstück extra drauf – einfach zur Sicherheit. Falls sie sich verzählt hatten. 

 

 

 

Franziska Kohler, Redaktion March 24 und Höfe 24