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Kultur
08.05.2022
06.05.2022 15:56 Uhr

Henry Dunant und der Weltrotkreuztag

1948 wurde der Geburtstag von Henry Dunant als Internationaler Tag des Roten Kreuzes begangen.
1948 wurde der Geburtstag von Henry Dunant als Internationaler Tag des Roten Kreuzes begangen. Bild: Goldküste24
Während der dreitägigen Waffenruhe unterliess die Presse jegliche polemischen Äusserungen, stattdessen wurden vermehrt Berichte über den Rotkreuz-Frieden veröffentlicht. So entstand die Idee des Weltfriedenstags.

Der Weltrotkreuz- und Rothalbmondtag, kurz Weltrotkreuztag, ist ein inoffizieller internationaler Gedenk- und Feiertag. Er wird am Geburtstag von Henry Dunant, dem Begründer der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung begangen.

Die Geschichte

  • Aufgrund innenpolitischer Konflikte in der Tschechoslowakischen Republik schlug Alice Masarykova 1921 vor, über den mittelalterlichen Gedanken des Gottenfriedens nachzudenken.
  • An Ostern 1922 rief die tschechoslowakische Rotkreuz-Gesellschaft eine dreitägige Waffenruhe aus. Diese Tage wurde «Trêve de la Croix-Rouge» (Rotkreuz-Frieden) genannt.
  • Die Presse unterließ in dieser Zeit jegliche polemische Äußerungen; stattdessen wurden vermehrt Berichte über den Rotkreuz-Frieden veröffentlicht. Daraus entstand die Idee, jedes Jahr einen Tag des Friedens zu begehen.
  • 1934 wurde in Tokio die Ausweitung entsprechender Aktivitäten auf internationaler Ebene empfohlen. 1938 war es eine beschlossene Sache, alljährlich einen Tag als Initiative für den Frieden zu begehen.
  • Durch den Zweiten Weltkrieg kam es jedoch zunächst nicht zur Umsetzung dieses Beschlusses. Erst 1948 wurde erstmals der Geburtstag von Henry Dunant als Internationaler Tag des Roten Kreuzes gefeiert. 1984 wurde es der Weltrotkreuztag.

Henri Dunant

wurde am 8. Mai 1828 in Genf geboren und starb am 30. Oktober 1910 in Heiden. Er war ein Geschäftsmann und Humanist christlicher Prägung.

Während einer Geschäftsreise wurde er im Juni 1859 in der Nähe der italienischen Stadt Solferino Zeuge der erschreckenden Zustände unter den Verwundeten nach einer Schlacht zwischen der österreichischen Armee und den Truppen Sardinien-Piemont/Frankreich. Er schrieb darüber ein Buch mit dem Titel «Eine Erinnerung an Solferino»,  veröffentlichte dieses Buch auf eigene Kosten und verteilte es in Europa.

Durch die Geschichte entstand 1876 das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Die Genfer Konvention von 1864 geht wesentlich auf die Vorschläge aus Dunants Buch zurück.

Henry Dunant hatte später geschäftliche Probleme und wurde aus der Genfer Gesellschaft ausgeschlossen. Danach lebte er drei Jahrzehnte in Armut und Vergessenheit. Er gilt als Begründer der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. 1901 erhielt er für seine Lebensleistung zusammen mit dem französischen Pazifisten Frédéric Passy den ersten Friedensnobelpreis.

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Patricia Rutz/Goldküste24