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07.05.2022

Beschuldigte müssen wegen Regelverstössen tief in die Tasche greifen

Strafbefehle können bei der Staatsanwaltschaft in Biberbrugg eingesehen werden.
Strafbefehle können bei der Staatsanwaltschaft in Biberbrugg eingesehen werden. Bild: Patrizia Baumgartner
In Ausserschwyz missachteten drei Personen vorsätzlich die geltenden Covid-19-Verordnungen und wurden dafür mit hohen Geldbussen bestraft, wie den Strafbefehlen zu entnehmen ist.

In Ausserschwyz erkaufte sich ein junger Mann ein gefälschtes Impfbüchlein, für das er letztendlich umsonst 250 Euro hingeblättert hat.

Doch von vorne: Zwischen Januar und Oktober des letzten Jahres stiess der Beschuldigte im Darknet auf eine ihm unbekannte Person. Von dieser erstand der Märchler eine internationale Covid-19-Impfbescheinigung. Das gefälschte Dokument hielt fest, dass der 30-Jährige im September und Oktober die Impfungen empfangen hatte, und zwar in der deutschen Ortschaft Fürth.

Zwischen Oktober und November 2021 fand auf einem Parkplatz in Götzis (Ö) die Übergabe der Bescheinigungen statt.

Umsonst für Fälschung gezahlt

Mit dem gefälschten Impfbüchlein im Sack beantragte der Ausserschwyzer sogleich im November über das Webformular der nationalen Antragsstelle ein Covid-Zertifikat. Doch da machte ihm das Amt für Gesundheit und Soziales Schwyz einen Strich durch die Rechnung. So nahm das Amt die Bescheinigung nicht einfach hin, sondern stellte Abklärungen an, welche den Betrug letztlich aufdeckten.

Seine erfolglose Täuschung kam den Ausserschwyzer teuer zu stehen: Ihm wurde eine Busse von 600 Franken sowie eine bedingte Geld-strafe von 80 Tagessätzen zu 30 Franken auferlegt. Ausserdem musste der junge Mann die Kosten des Verfahrens in Höhe von 1040 Franken tragen.

Gefälschte Tests für Auslandreise

Ebenfalls für Urkundenfälschung in Bezug auf die Covid-19-Massnahmen machte sich eine Ausserschwyzerin schuldig. Die Mutter von vier Kindern beauftragte eine unbekannte Person im Juni letzten Jahres, für sie und ihre Kinder Bescheinigungen von negativen Covid-19-PCR-Tests zu fälschen und anschliessend per Post zuzustellen.

Ein Ausserschwyzer hoffte, mithilfe eines gefälschten Impfbüchleins an ein Covid-Zertifikat zu kommen, doch der Betrug flog auf. Bild: Keystone

Dies, um eine Ferienreise nach Serbien antreten zu können. Als Lieferadresse gab die Ausserschwyzerin ihre ehemalige Wohnadresse in der March an, doch ging der Plan schief, denn: Die Briefsendung konnte nicht zugestellt werden. So schickte die Post den Umschlag, auf dem das Logo des Labors Analytica AG abgedruckt war, an den vermeintlichen Absender zurück. Dort wurde die Fälschung erkannt.

Doch noch für PCR-Tests bezahlen

Teuer wurde der Misserfolg auch hier: Nicht nur musste die Frau, nachdem sie die gefälschten Testresultate nicht erhalten hatte, für sich und ihre vier Kinder richtige PCR-Tests bezahlen, sondern nach Auffliegen des Betruges auch noch eine Busse von 800 Franken hinblättern.

Zudem wurde der Ausserschwyzerin eine bedingte Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 40 Franken auferlegt. Die Verfahrenskosten von 1000 Franken gingen ebenfalls auf ihre Rechnung.

Unterlassen der Kontrolle

In den Höfen wollte sich ein damals 31-Jähriger auch nicht an die Bestimmungen des Bundes betreffend Covid-19-Massnahmen halten. Er wurde der mehrfachen vorsätzlichen Übertretung gegen die Covid-19-Verordnung angeklagt.

Dies, weil der Geschäftsführer eines Restaurationsbetriebs im September es unterliess, sein Personal rechtzeitig über die obligatorischen Zertifikatsprüfungen zu informieren. So wurde im Lokal während drei Tagen keine einzige Person ab 16 Jahren auf ein gültiges Zertifikat überprüft.

Zur Strafe musste der Höfner eine Busse von 1000 Franken zahlen und die Kosten des Verfahrens in Höhe von 310 Franken tragen.

Erika Unternährer, Redaktion March24 & Höfe24