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Sport
28.04.2022
28.04.2022 14:34 Uhr

Kranzfeste in Hülle und Fülle

Auch der Siebner Joel Kessler will sich für das ESAF qualifizieren, wie hier in Zug 2019.
Auch der Siebner Joel Kessler will sich für das ESAF qualifizieren, wie hier in Zug 2019. Bild: Albert René Kolb
Die Palette an Kranzfesten, welche am Sonntag mit dem Thurgauer und Zuger Kantonalen eröffnet wird, ist in diesem Jahr reichhaltig. Insgesamt stehen fünf mehr als in der Vorsaison an. Eine Premiere gibt es für den Innerschweizer Schwingerverband mit der erstmaligen Durchführung eines Tessiner Kantonalen.

Mit dem Tessiner kommt es in diesem Jahr zu einer Premiere. Das zugleich letzte Kranzfest der Saison 2022 am 17. September in Cadenazzo ist das erste Kantonale im Tessin und findet im Dreijahresturnus statt. Das ursprünglich ebenfalls angesetzte Genfer Kantonalfest (22. Mai) findet wegen Terminkollisionen nicht statt. Die meisten Kranzfeste, 15 an der Zahl, finden wie üblich im Mai statt. 

Die tieferen Teilnehmerzahlen an den Schwingfesten zeigen, dass nach den beiden Coronajahren viele Athleten zurücktraten.

Unglückliche Kollisionen

Dass die Zuger und Thurgauer den Auftakt bilden, ist nichts Neues. Das am meisten ausgefüllte Kranzfest-Wochenende bildet der 10. Juli mit vier Anlässen. Auch in diesem Jahr schaffte man es dagegen wieder nicht, Kollisionen zwischen Teilverbands- und/oder Bergkranzfesten zu umgehen. Das Nordostschweizer in Balterswil und Südwestschweizer in Visp finden am gleichen Datum (26. Juni) statt. 

Wenger am nächsten

Die Coronasituation mit dem Komplettausfall der Saison 2020 und dem Ausfall von drei Kranzfesten im Folgejahr hat auch Auswirkungen auf die Jagd nach Kränzen und Rekorden. Der Rekord steht noch immer bei 147 und wird von Schwingerkönig Arnold Forrer gehalten, der es in diesem Jahr noch einmal wissen will. In den begehrten Hunderterklub können es in diesem Jahr nur wenige Athleten schaffen. Am nächsten ist Schwingerkönig Kilian Wenger, der bei 95 Kränzen steht.

Samuel Giger bei seinem Sieg am Kilchberger Schwinget. Bild: Franz Feldmann

Giger eilt von Sieg zu Sieg

Im bisherigen Saisonverlauf haben noch nicht alle ihre Karten aufgedeckt oder sind noch gar nicht im Einsatz gestanden. Samuel Giger, überlegener Sieger der Jahreswertung 2021, hat mit drei regionalen Festsiegen seine Frühform untermauert. Armon Orliks Formstand stimmt ebenfalls. Damian Ott, Roger Rychen und Domenic Schneider mussten noch Blessuren ausheilen. Im Lager der Berner musste Christian Stucki ungewohnt viele Gestellte in Kauf nehmen. Wegen einer Schultersehnenverletzung wird der amtierende Schwingerkönig den Kranzfestauftakt im Kanton Bern, am 7. Mai in Bern, verpassen.

Auch Kilian Wenger musste den Tagessieg zuletzt anderen überlassen. Dafür trumpften Matthias Aeschbacher, Fabian Staudenmann, Lukas Tschumi und Kilian von Weissenfluh mit Rangfestsiegen auf. Während für Namen wie Damian Ott, Lukas Renfer, Werner Schlegel oder Adrian Walther das Jahr der Bestätigung folgt, werden wieder neue Namen die Szene beleben.

Wicki startete überzeugend

Einer, der die Fachwelt ein erstes Mal begeisterte, war der Zuger Luca Müller mit dem Ehrenplatz in Pfäffikon. Im Lager der Innerschweizer wird man um das 18-jährige Talent froh sein, fehlen doch zum Kranzfestauftakt in Baar Pirmin Reichmuth und Michael Gwerder.

Joel Wicki hat am Surentaler Frühjahrsschwinget ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Der Entlebucher hat angedeutet, dass er tonangebender Mann in der Innerschweiz bleibt.

Jakob Heer