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Leserbrief
Region
06.02.2022
07.02.2022 12:01 Uhr

Leserbriefe zur Abstimmung über das «Massnahmenpaket zugunsten der Medien»

Bild: Keystone
Personen in Ausserschwyz äussern ihre Pros und Kontras zur Initiative in Leserbriefen.

In diesem Video wird die Initiative kurz erklärt:

Ja zur Medienvielfalt

Für eine intakte Demokratie sind ein qualitativ hochstehender Journalismus und Medienvielfalt von grosser Bedeutung. Doch die Medien stehen seit Jahren aufgrund fehlender Werbeeinnahmen und Profitgier zunehmend unter Druck. Das Mediengesetz möchte dieser Entwicklung entgegenwirken. Einerseits soll Geld in die journalistische Basisarbeit fliessen. Andererseits sollen Print- und Online-Medien mit gezielten Beiträgen unterstützt werden.

Die Gegnerinnen und Gegner ha-ben insofern recht, als dass auch grosse Verleger von diesem Zustupf profitieren. Das Gesetz ist ein parlamentarischer Kompromiss und nicht perfekt. Für kleine regionale und lokale Medien sind die Beiträge jedoch essenziell für ihr Überleben. Ansonsten wird sich die Tendenz zur Monopolisierung im Medienwesen weiter verstärken. Aus diesen Gründen stimme ich Ja zum Mediengesetz am 13. Februar.

Thomas Büeler, SP-Kantonsrat, Lachen

 

Abhängige Medien – NEIN!

In Kürze stimmen wir ab, ob Medien noch mehr in eine Staatsabhängigkeit geraten sollen. Bis zu 300 Millionen total (inkl. Radio/TV und reduzierten MWST) profitieren die grossen Verlagshäuser, kleine regionale Medien gehen oft leer aus. Was in der Tierwelt gilt - kein Hund beisst die Hand, die ihn füttert - soll bei den Menschen nicht gelten? Wohl kaum! Wenn wir das Verhalten der grossen Medienhäuser in der Pandemiezeit betrachten, fällt die einheitliche, positive Haltung auf, nicht nur bei Ringier. Wo waren kritische Fragen bei Pressekonferenzen und Interviews? Für die Meinungsvielfalt braucht es eigenständigen Journalismus, ob international, national oder regional. Nur wenn dieser unabhängig und ausgewogen berichten kann, trägt sie zur Meinungsbildung bei. Die Geschichte lernt, dass staatlich gelenkte Medien das Volk verführt. Wir sollten unsere beste Regierungsform pflegen und nicht versucht sein, dem Staat und seinen (zu)vielen Angestellten noch mehr Macht zu geben. Eigenverantwortung mit Respekt zur Meinungsvielfalt und zur Demokratie ist allemal besser als staatlich gut gemeinte und schlecht ausgeführte Führung. Der Staat sollte für das Volk als Dienstleister da sein. Deshalb ein starkes NEIN zur Steuergeldverschwendung und somit für weiterhin freie Medien.

Thomas Kälin, Lachen

 

Die Zeit der Höflinge ist vorbei 

Das sogenannte Mediengesetz, über welches wir am 13. Februar zu befinden haben, hat es wahrlich in sich. Die sonst schon regierungs- und somit obrigkeitsgläubigen Medien, sprich ihre zumeist linksgefärbten Schreiberlinge, wollen nun also noch mehr. Eine Menge mehr – mindestens 180 Millionen Franken zusätzlich – Jahr für Jahr. Und für was? Für die immer wieder ins Feld geführte «Medienvielfalt»? Eher Einfalt, würde ich meinen!

So zumindest mein Fazit, wenn man sich die vergangenen knapp zwei Jahre im Zusammenhang mit den Corona-Berichterstattungen vor Augen hält. Wo waren beziehungsweise sind hier Unterscheidungen in den Berichterstattungen zu finden? Wie Höflinge im Machtzentrum der Politik begleiteten sie uns tagtäglich mit Angst und Schrecken über den angeblich so gefährlichen Virus. Kritik und anderslautende Wahrnehmungen zum Thema waren und sind noch heute unerwünscht, wurden und werden verpönt und ins Reich der«Verschwörungstheorien» verbannt.

Nein, so geht es nun wahrlich nicht. Wenn man sich schon mit den Prädikaten «unabhängig», «regional», «sachlich », «neutral», «fundiert», etc. hervorheben will, muss man dies auch beherzigen. Leider ist davon wenig zu sehen beziehungsweise zu lesen. So gesehen erstaunt es auch nicht, dass das allgemeine Vertrauen in die Medien mehr und mehr schwindet. Der frei denkende Bürger bildet sich seine Meinung selber – dafür braucht es keine staatlich kontrollierte Medienlandschaft – gut so!

Genau wie bei Wahlen Politiker die Quittung für ihr Tun oder besser gesagt für ihr Nichtstun erhalten, werden auch die hiesigen Medienschaffenden am 13. Februar den Willen des Volkes zu spüren bekommen. Ein klares Nein zum Mediengesetz ruft dannzumal hoffentlich jene Prädikate hervor, für welche es sich auch lohnt, als Abonnent für eine Leistung zu bezahlen.

Bernhard Diethelm, SVP-Kantonsrat, Vorderthal

 

Tatsächlich staatlich kontrollierte Medien?

Zum Leserbrief von Kantonsrat Bernhard Diethelm vom 31. Januar.

In seinem Leserbrief behauptet Kantonsrat Bernhard Diethelm, unsere Medienlandschaft sei nicht unabhängig und staatlich kontrolliert. Er empfiehlt, darum das Mediengesetz abzulehnen. Ich frage mich nun, wie der «March-Anzeiger» oder das «Höfner Volksblatt » und all unsere anderen Zeitungen staatlich kontrolliert werden. Wer kontrolliert die Inhalte? Wann werden sie kontrolliert und wer macht die Vorgaben dafür? Ist die Kontrolle so ähnlich wie in China, der Türkei oder Nordkorea?

Nichts von alledem. Die Behauptung von Diethelm ist völlig aus der Luft gegriffen. Es findet ganz sicher keine staatliche Kontrolle statt. Er schreibt weiter, die Bürger könnten sich auch ohne Medien eine eigene Meinung bilden. Das stimmt sogar, aber es fragt sich natürlich, über was man sich eine Meinung bilden muss und wie gut man informiert sein soll. Will Diethelm eben gerade schlecht aufgeklärte

Bürgerinnen und Bürger? Wer würde über die politischen Inhalte bei uns im Kanton, beim Bund und auch weltweit informieren, wenn es die Medien nicht gäbe? Wer würde vor Abstimmungen Pro- und Contra-Argumente, aber auch Leserbriefe abdrucken? Gerne bin ich auch informiert über das Sportgeschehen, Kultur- und Vereinsanlässe.

Obschon auch ich überhaupt nicht immer einverstanden bin mit dem, was in unseren Zeitungen steht und wie es geschrieben ist, bin ich doch sehr dankbar und froh, dass es sie gibt. Erst recht unsere direkte Demokratie braucht eine unabhängige journalistische Grundversorgung. Dies wird durch das Mediengesetz garantiert. Darum lege ich dafür ein überzeugtes Ja in die Urne.

Andreas Marty, Kantonsrat, Arth/Einsiedeln

 

Schwer zu verstehen

Da holt der Leserbriefserien-Schreiber Bernhard Diethelm zum Rundumschlag gegen das zur Abstimmung vorliegende Mediengesetz, die gesamteMedienwelt, die Lokalpresse aus. Dabei bietet ihm gerade diese Regionalzeitung stets die Plattform, um seine eigenwilligen Credos zu verbreiten. «Einfalt?»

Alois Züger, Lachen

 

Redaktion March24 & Höfe24