Kanton
21.05.2020

Staatsanwaltschaft ermittelt in drei Fällen

Auf easygov.swiss können Unternehmer in zehn Minuten und sieben Schritten ganz einfach ein Gesuch für einen Überbrückungskredit stellen.
Nicht alle Corona-Kredite des Bundes werden für die eigentlichen Zwecke verwendet. Drei mutmassliche Betrüger aus dem Kanton Schwyz etwa haben den Staat um mehrere 100 000 Franken betrogen.

Der Bundesrat wollte Unternehmen einen raschen Zugang zu Krediten bieten, um Corona- bedingte Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Das gelang ihm – im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass es für Betrüger ein Leichtes ist, an Geld zu kommen. In mehreren Kantonen ermitteln die Behörden derzeit wegen Missbrauchs in Bezug auf die Hilfskredite. Die mutmasslichen Täter machten falsche Angaben zum Umsatz oder verheimlichten einen drohenden Konkurs. Die so erlangten Kredite transferierten sie dann auf Privatkonten oder ins Ausland.

Verdacht ist berechtigt

Im Kanton Schwyz gibt es bis anhin drei solcher Betrugsfälle – noch handelt es sich aber um Mutmassungen. Die kantonale Staatsanwaltschaft in Biberbrugg hat mit den Ermittlungen erst vor zwei Wochen begonnen. Frédéric Störi, Leitender Staatsanwalt, führt aus, dass alle Fälle Fleisch am Knochen haben könnten: «Die Verdächtigungen sind nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen.»

Laut Störi könnten in den drei Fällen Umsätze in der Höhe von mehreren 100'000 Franken manipuliert worden sein. Den mutmasslichen Betrügern droht wegen Urkundenfälschung eine Busse von bis zu 100'000 Franken und im schlimmsten Fall fünf Jahre Gefängnis.

Gemäss Volkswirtschaftsdepartementssekretär Peter Reichmuth sind im Kanton Schwyz bis heute rund 2'300 Kredite mit einem Gesamtvolumen von 400 Millionen Franken gesprochen worden (Stand 14. Mai). Der durchschnittliche Kredit beträgt somit circa 170'000 Franken.

Ein Personalvermittler und ein Bauunternehmen darunter

Ob eines oder mehrere der drei Unternehmen eventuell bereits vor der Coronakrise konkursgefährdet war, könne man zum derzeitigen Ermittlungsstand noch nicht sagen. Bei den Unternehmen handelt es sich unter anderem um einen Personalvermittler und ein Bauunternehmen, «sie kommen also aus ganz verschiedenen Bereichen», berichtet Störi.

Die Verfahren gegen die mutmasslichen Betrüger wurde von der Meldestelle für Geldwäscherei eingeleitet. Diese wiederum wird von den Banken kontaktiert. Sie sind also die wichtigste Quelle, um möglichen Betrügern auf die Schliche zu kommen.

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Anouk Arbenz, Redaktion March24/Höfe24