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Auto & Mobil
15.05.2020

Entschädigung ab 20-Franken-Ticket

Ab kommendem Jahr müssen die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs den Passagieren bei Verspätungen eine Entschädigung zahlen.
Schweizer ÖV-Passagiere bekommen bei langen Verspätungen von über einer Stunde ab 2021 eine Entschädigung. Aber nur, falls das Billett mindestens 20 Franken gekostet hat.

Ab kommendem Jahr müssen die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs den Passagieren bei Verspätungen eine Entschädigung zahlen. Der Bundesrat trifft nach der Vernehmlassung eine grosszügigere Lösung für Kundinnen und Kunden als ursprünglich geplant.

Der Mindestbetrag, ab dem die Transportunternehmen eine Entschädigung zahlen müssen, beträgt fünf statt wie zuerst vorgesehen zehn Franken, wie es in der Mitteilung von Mittwoch heisst. Das bedeutet, dass die Transportunternehmen mehr zahlen müssen als zunächst vorgesehen war.

An den anderen Bedingungen für eine Entschädigung hat der Bundesrat festgehalten. Ab 2021 gilt für Verspätungen von mehr als einer Stunde ein Entschädigungsanspruch von 25 Prozent des Fahrpreises. Bei Verspätungen von mehr als zwei Stunden sind es 50 Prozent.

Verpflegung bei langen Verspätungen

Entschädigungsberechtigt sind somit Passagiere, die ein Billett für mindestens 20 Franken gelöst und mehr als eine Stunde verspätet am Ziel angekommen sind beziehungsweise ein Billett für mindestens zehn Franken gelöst und mehr als zwei Stunden Verspätung haben.

Grundsätzlich bestehen bei der Entschädigung drei Möglichkeiten. Bei voller Rückerstattung des Billettpreises können Passagiere von der Reise zurücktreten, wenn es am Ausgangspunkt Verspätungen oder Kursausfälle gibt. Entsteht die Verspätung während der Reise, ist eine Rückkehr zum Ausgangspunkt ohne Aufpreis und die volle Rückerstattung des Billettpreises vorgesehen. Auch können Reisende auf die Weiterreise verzichten und werden anteilig entschädigt.

Bei einer Verspätung von mehr als 60 Minuten müssen die Transportunternehmen den Reisenden Erfrischungen und Mahlzeiten anbieten, sofern diese im Zug oder im Bahnhof verfügbar oder vernünftigerweise lieferbar sind. Anspruch auf Entschädigung besteht auch bei höherer Gewalt, also etwa bei Steinschlag oder Erdrutschen.

Ausnahme für Schiffe und Seilbahnen

Ausgenommen von der Entschädigungsregel sind Seilbahnen und die Schifffahrt, da diese von schwierigen Wetterverhältnissen besonders stark beeinträchtigt werden.

Die Transportunternehmen müssen die Entschädigungen in der Regel innert 30 Tagen erstatten. Sie können dabei auch Reisegutscheine ausstellen, solange diese bei Gültigkeit und Ziel flexibel sind. Die Reisenden können aber auch eine Auszahlung fordern.

Für den internationalen Linienbusverkehr erliess der Bundesrat spezielle Regeln. Entschädigen müssen die Fernbusse ihre Passagiere nur bei einer Abfahrts-, aber nicht bei einer Ankunftsverspätung. Das ist auf die Unwägbarkeiten des Strassenverkehrs zurückzuführen. Geschuldet sind Entschädigungen in diesem Sektor bei Verspätungen ab zwei Stunden.

Max Mohn