Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Sport
05.01.2022
06.01.2022 14:21 Uhr

Andy Kistler zur Absage des Reitturniers in Basel: «Das war respektlos»

Die Aufgabe von Andy Kistler als OK-Präsident der CHI in Basel ist nicht einfach.
Die Aufgabe von Andy Kistler als OK-Präsident der CHI in Basel ist nicht einfach. Bild: Katja Stuppia, freie Mitarbeiterin
Zum zweiten Mal wäre der Reichenburger Andy Kistler Mitte Januar OK-Präsident der Longines CHI Classics Basel gewesen, wo die besten Springreiter und Dresseure zusammenkommen. Doch aufgrund der epidemiologischen Lage hat BaseL-Land jetzt eine Durchführung ausgeschlossen.

Zum zweiten Mal musste der Grossanlass in Basel pandemiebedingt abgesagt werden. Was das für den CHI Basel und den ehemaligen Equipenchef der Schweizer Springreiter bedeutet, erklärte uns Andy Kistler im Interview.

«Man hat nicht mehr mit uns gesprochen»

Bitter für Kistler:«In den letzten zwei Jahren hat er dreimal eine wichtige Absage erhalten. Zuerst noch als Equipenchef, als die Olympischen Sommerspiele abgesagt wurden. Danach als neuer OK-Präsident für die letzten beiden Austragungen des CHI Basel. «Ein Kollege fragte mich kürzlich, ob ich die Kraft hätte, Basel 2023 wieder in Angriff zu nehmen. Im ersten Moment denkt man tatsächlich daran, dies nicht nochmals machen zu wollen. Aber es lohnt sich, ein bisschen Zeit vergehen zu lassen und Gespräche zu führen, um dann die Motivation wieder zu finden.» 

Während das Turnier im vergangenen Jahr zu einem relativ frühen Zeitpunkt abgesagt werden musste, kam die Absage dieses Mal sehr kurzfristig. «Selbstverständlich wussten wir aufgrund der epidemiologischen Lage, dass es passieren kann. Es wäre naiv, wenn man das nicht denken würde. Aber zu dem Zeitpunkt gab es keine konkreten Anzeichen, dass der CHI erneut abgesagt werden müsste. Wir wurden vom Entscheid des Kantons Baselland total auf dem falschen Fuss erwischt.» Er konnte es nicht glauben, es er die Nachricht bekam. Die Mitteilung des Kantons Baselland wurde kurz danach veröffentlich. «Ohne Rücksprache mit uns.»

  • So gut wie alles stand bereit. Bild aus dem Jahr 2020. Bild: pd
    1 / 2
  • Reithalle 2020 an der Longines CHI Classics in Basel Bild: pd
    2 / 2

Viel Geld für nichts?

Vieles war bereits vorbereitet. Alle Sponsoren, bedeutend mehr sogar als vor zwei Jahren, hatten zugesagt. «Wir hatten alle 100 Hospitality-Tische verkauft, über 50 Aussteller platziert, der Vorverkauf war höher als vor zwei Jahren trotz 2G mit Maske. Wir durften uns auf ein hochklassiges Sportlerfeld freuen und erstmals hätten wir auch die Dressurreiter in Basel gehabt, auch dort mit einem Weltklassefeld. Die Aussenbauten waren praktisch abgeschlossen.»

Auch die Stall- und Abreitzelte standen bereits, die Wege waren erstellt. Pellet-Heizungen, eine neue Innovation, waren ebenfalls eingerichtet worden. Diese Woche hätten man mit dem Indoor-Ausbau begonnen. «Wir haben bereits viel Geld ausgegeben und seit der Medienkonferenz Mitte November auch viel in Werbung investiert.»

Sehr unglücklich ist, dass mit der Absage auch die erstmalige Austragung der 4*-Dressurprüfungen nicht stattfindet. «Weil wir uns für den Weltcupfinal in Dressur und Springen bewerben wollen, wäre diese Austragung enorm wichtig gewesen.»

Interview in den Printzeitungen «March-Anzeiger» und «Höfner Volksblatt» zu lesen.

Katja Stuppia, freie Mitarbeiterin