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02.12.2021
06.05.2022 15:38 Uhr

Mythen und Fakten zur Gesundheit im Winter

Frieren Frauen tatsächlich mehr als Männer?
Frieren Frauen tatsächlich mehr als Männer? Bild: pexels
Alkohol wärmt, Joggen im Winter schadet dem Körper – welche Behauptung stimmt und welche ist falsch?

Es gibt so einige Mythen zur Gesundheit – insbesondere während der kalten Jahreszeit. Doch was ist da dran, welche kann man ernst nehmen und welche sind schlichtweg auf falsche Annahmen zurückzuführen? 

Hier ein paar Aussagen, die man bestimmt schon gehört hat: 

«Ja nicht das kalte Metall mit der Zunge abschlecken!»

Wer es selber schon mal erlebt hat, wird es kein zweites Mal gemacht haben, denn: Wer das kalte Metall mit der Zunge abschleckt, bleibt wirklich daran hängen. Der Grund: Der Speichel auf der Zunge friert augenblicklich ein. So bleibt die Zunge an der kalten Stange hängen und der Versuch, sie davon zu befreien tut echt weh und führt zu Verletzungen.

Fazit: Man soll sich den Rat zu Herzen nehmen, denn er ist wahr.

Zunge an kaltes Metall – keine gute Idee! Bild: pexels

«Dünne Menschen frieren mehr als dicke Menschen»

Fett unter der Haut wärmt, das ist so. Doch was viel mehr wärmt, sind die Muskeln. Diese nämlich ziehen sich bei Kälte zusammen und wärmen den Körper. Muskeln spielen beim Warmhalten des Körpers im Grossen und Ganzen eine bedeutendere Rolle.

Fazit: Die Aussage ist zwar kein reiner Mythos, stimmt aber nur bedingt. Muskulöse Menschen frieren weniger – ob sie nun mehr auf den Rippen haben oder nicht.

«Trink Alkohol, das wärmt!»

Es ist eine bittere Geschichte, die sich mehr als genug wiederholt hat: Mann oder Frau bechert sich in einen betrunkenen Zustand, macht sich mit einem warmen Gefühl im Bauch auf den Heimweg und schläft vor der Haustür für immer ein. Warum man mit einer guten Menge Alkohol intus «warm» hat, liegt daran, dass der Alkohol die äusseren Blutgefässe erweitert und die Haut stärker durchblutet.

Fazit: Alkohol wärmt den Körper nicht, er täuscht die Wärme nur vor. Tatsächlich kühlt der Körper unter Alkoholeinfluss sogar noch stärker ab.

Alkohol erweitert die Blutgefässe, was den Anschein von Wärme vermittelt. Bild: pexels

«Über den Kopf geht die meiste Wärme verloren »

Wer seinen Körper warm einpackt, den Kopf jedoch nicht, der gibt tatsächlich Wärme über den Kopf ab. Würde die Kleidung am Körper jedoch fehlen und wäre genauso nach wie der Kopf, würde die Wärme gleichmässig über den Körper abfliessen. Tatsächlich ist der Kopf aber derjenige Körperteil, der am längsten mit Blut versorgt wird. Im Falle einer Erfrierung opfert der Körper deshalb zuerst die «unwichtigeren» Körperteile wie zum Beispiel die Zehen.

Fazit: Der Kopf gibt nicht mehr Wärme ab, als der Körper. Damit der Kopf im Winter jedoch angenehm warmgehalten werden kann, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Mütze.  

Der Kopf ist der Körperteil, das zuletzt an Wärme verliert. Bild: pexels

«Trage mehrere Schichten, das schützt vor dem Auskühlen»

Das stimmt insofern, wenn man dabei die richtige «Technik» anwendet. Besteht die unterste Schicht aus Baumwolle, speichert die Naturfaser die Feuchtigkeit und der Körper kühlt schneller aus. Deshalb ist die Funktionswäsche, welche man beim Ski- und Snowboardfahren trägt aus Kunstfaser und nicht aus Baumwolle.

Fazit: Kunstfaserkleidung unter Pulli unter wasserfester Jacke – das schützt definitiv vor dem Auskühlen!

«Ein heisses Bad zum Aufwärmen tut gut»

Die Vorstellung eines heissen Schaumbades ist toll – dagegen kann man nichts sagen. Jedoch sollte man wissen: Wie auf Kälte reagiert der Körper auch auf Wärme und versucht dagegen zu steuern. Das kostet den Organismus viel Energie – also Wärme. Wer länger als 20 Minuten in der Wann liegt, kann den Körper sogar dazu herausfordern, denselben Effekt wie bei Fieber zu erzielen.

Fazit: Wenn’s guttut, soll niemand darauf verzichten sollen. Eine heisse Dusche oder eine Bettflasche sind aber ebenso guttuende Alternativen.

Fühlt es sich tatsächlich so gut an, wie es aussieht? Bild: pexels

«Sport bei Kälte schadet dem Körper»

Sport an der frischen Luft stärkt das Immunsystem und regt die Durchblutung an – auch bei kälteren Temperaturen. Ungesund wird es erst ab Temperaturen von 15 Grad unter 0, denn da hat der Körper Probleme, die Atemluft ausreichend zu erwärmen.

Fazit: Wer also auch im Winter Joggen will, soll das ruhig tun.

 

Joggen im Winter stärkt das Immunsystem. Bild: pexels

«Frauen frieren mehr als Männer»

Frauen haben im Schnitt mehr Fett im Körper als Muskeln. Und wie bereits zu Beginn erklärt, erzeugen Muskeln mehr Wärme, als Fett es tut. Männer haben zudem eine dickere Oberhaut, wodurch die Gefässe sich weniger schnell verengen, als bei Frauen. Verengen sich nämlich die Gefässe, fliesst weniger Blut und man friert schneller.

Fazit: Die Aussage stimmt, also, liebe Frauen: Das Krafttraining nicht vernachlässigen!

Erika Unternährer, Redaktion March24 & Höfe24