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25.11.2021

Erstunken und erlogen – und bestraft

Bild: Shutterstock
Eine Sri Lankesin nutzt ihre Freundin für Gratis-Zalando-Päckchen aus, ein Dachdecker läutet immer wieder an Türen in March und Höfen und ein Baumarkt-Angestellter verkauft nicht existierende Gartenhäuser.

Bei Einsicht der Strafbefehle aus dem Kanton Schwyz machen drei Betrüger auf sich aufmerksam. Eine Betrügerin war besonders arglistig und hinterhältig. Sie bestellte Kleider und anderes bei Zalando, ohne je auch nur eine Bestellung bezahlt zu haben. Dies tat sie, indem sie erstens fiktive Namen wie Kristina Tina, Aisha Amir und Adi Bhati mit dazu passenden E-Mail-Adressen verwendete. Zweitens gab die Beschuldigte Drittpersonen und fiktive Personen als Rechnungsund Versandadresse an und brachte drittens über verschiedene Wege die Warenbestellungen an sich.

Leichtgläubigkeit ausgenutzt

Meistens liess die 25-Jährige, die aus Sri Lanka in die Schweiz kam, die Rechnung und Ware einer Freundin in Siebnen zustellen. Im Strafbefehl wird diese Freundin als eine Person beschrieben, «die wie ein Kind ist, der man Sachen mehrmals erklären muss». Das nutzte die clevere junge Frau aus. Sie sagte ihr zum Beispiel, dass ein Kollege ihr etwas schenken wolle, sie aber verhindern möchte, dass ihr Mann etwas davon erfährt. Von den insgesamt 35 Bestellungen retournierte die Freundin drei Bestellungen und stornierte zwei. Nach der Lieferung nahm die damals 24-Jährige die Päckchen jeweils aus dem Briefkasten der Kollegin, ohne dass diese es bemerkte.

Einige Male liess die Beschuldigte die Ware an eine Adresse in Pfäffikon liefern, ebenfalls eine Freundin. Die Rechnung ging aber weiterhin zu der Siebnerin. Manchmal bestellte sie auch im Namen einer fiktiven Person, um keinen Verdacht bei Zalando zu schöpfen. Denn manchmal liess sie die Rechnung an eine fiktive Person schicken.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ware eingezogen. Sie werden erst zurückgegeben, wenn die Beschuldigtedie Busse von 750 Franken und die Verfahrenskosten von 4410 Franken bezahlt. Die Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 30 Franken wird verschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgelegt.

In Ausserschwyz gebettelt

Der 34-jährige Dachdecker aus dem Kanton Glarus beging gewerbsmässigen Betrug. Schon 2019 war er mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwei Monaten bestraft worden. Insgesamt ist der Glarner mit neun Vorstrafen belastet. Auch da schon wegen Betrugs. Insgesamt wurden in March und Höfen zehn Personen geschädigt. Fünfmal in Siebnen, einmal in Pfäffikon, einmal in Wangen, zweimal in Lachen und einmal in Altendorf. Das lief so ab: Der 34-Jährige klingelte an der Haustür und stellte sich mit falschem Namen vor. Dann erzählte er die immer gleiche Geschichte: «Ich habe mich ausgeschlossen und muss dringend zur Arbeit. Ich brauche Bargeld für das Zugticket – können Sie mir bitte helfen?» Er versprach stets, das Geld zurückzuzahlen, und bot jeweils Gegenstände als Pfand an. Die Hausbewohner glaubten ihm und gaben dem Beschuldigten 20, 50 oder sogar 100 Franken.

Aufgrund der Vorstrafen sehe es die Staatsanwaltschaft für «notwendig, auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen ». Der 34-Jährige muss für einen Monat ins Gefängnis. Die Probezeit beträgt vier Jahre. Hinzu kommen Verfahrenskosten von 2540 Franken.

Die Gartenhaus-Tragödie

Beim dritten Fall handelt es sich um einen Betrug, der schon vier Jahre zurückliegt. Im Auftrag seines Arbeitgebers bot der gebürtige Serbe an, bei hälftiger Kaufpreisübernahme 40 Gartenhäuser zu einem Vorzugspreis von 40 000 Franken zu kaufen. Für die Reservation der Bestellung verlangte er 7000 Franken. Es kam eine Bestellung in der Höhe von 10 000 Franken dazu. Doch die Gartenhäuser kamen nie. Seinen Anteil für die Gartenhäuser konnte er nicht zahlen. Dafür kaufte er mit dem Geld Laminat, schaffte dieses nach Kosovo und verkaufte es dort.

Der 44-Jährige erhält dafür eine Freiheitsstrafe von 60 Tagen bei drei Jahren Probezeit. Die Verfahrenskosten betragen 1770 Franken.

Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24