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28.11.2021
26.11.2021 15:06 Uhr

Pflegefachpersonen werden erschreckend häufig Opfer von Gewalt

Bild: Keystone
Fast jede dritte Pflegefachperson ist während ihrer Tätigkeit auf einer stationären Psychiatrie bereits einmal Opfer schwerer Gewalt geworden. Das geht aus einer Umfrage unter mehr als tausend Pflegerinnen und Pflegern in der Deutschschweiz hervor.

Ein Forschungsteam um Michael Simon, Pflegewissenschaftler und Professor an der Universität Basel, erfasste die Häufigkeit und den Schweregrad von verbaler, physischer und sexueller Gewalt von Patientinnen und Patienten gegenüber Pflegenden. Diese sollten angeben, ob sie im Laufe des Monats vor der Befragung, Opfer eines solchen Angriffs geworden waren.

Demnach berichteten 73 Prozent der 1128 Pflegefachpersonen über verbale Gewalt, 63 Prozent über Gewalt an Sachen, 40 Prozent über verbale sexuelle Gewalt, 28 Prozent über körperliche Gewalt und 14 Prozent über körperliche sexuelle Gewalt. Zudem waren fast 30 Prozent im Laufe ihres Berufslebens bereits Opfer eines schweren Angriffs geworden.

Bessere Gewaltprävention nötig

Aus der Studie ging hervor, dass die Gefahr eines verbalen sexuellen Übergriffs bei jüngeren Frauen mit hohem Arbeitspensum und weniger als drei Jahren Berufserfahrung besonders hoch ist, wie die Universität Basel mitteilte. Pflegende mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung wiesen das geringste Risiko für alle Arten von Gewalt auf.

Die etablierten Schutzstrategien auf den Psychiatrie-Stationen wie Aggressionsmanagement-Trainings oder Alarmvorrichtungen haben den Forschenden zufolge offenbar nur eine begrenzte Wirksamkeit, um Patientengewalt gegenüber Pflegenden zu begrenzen. Sie fordern deshalb politische und pädagogische Strategien, um wirksame Präventions- und Interventionsstrategien zur Gewaltvermeidung zu entwickeln.

sda