Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Region
09.04.2020
09.04.2020 13:51 Uhr

Schwyzer Ärzte schlagen Alarm

Daniel Burger, Vorsteher der Schwyzer Ärztegesellschaft, möchte, dass die Massnahmen des Bundes gelockert werden, damit die Menschen, die einen Arztbesuch brauchen, diesen auch nutzen können. (Bild: Pixabay)
Trotz Coronavirus-Pandemie sollen Erkrankte weiterhin Ärzte oder Spitäler aufsuchen. Dies betrifft vor allem junge Patienten und solche der Risikogruppen.

«Es gibt aktuell zwei grosse Ängste: Erstens haben die Menschen Angst, an Covid-19 zu erkranken, zum andern drohen massive wirtschaftliche Einbussen und Rezession», so Daniel Burger, Präsident der Schwyzer Ärztegesellschaft.

Der Bund mache seine Sache bis anhin gut, auch in Punkto Kommunikation. Hinzu kommen die Schweizer Spitäler, die vorbereitet sind und genügend Kapazitäten haben, auch auf den Intensivstationen. «Eine Situation wie in Norditalien oder Spanien haben wir definitiv nicht», so der Arzt mit Praxis in Wollerau weiter.

Ansteckungsrisiko reduziert

Ein Problem sei jedoch, dass mit der Verordnung 2 des Bundes vom 16. März (Artikel 10) die medizinisch erbringbaren Leistungen aktuell massiv eingeschränkt seien. «Darin steht, es muss auf nicht dringend angezeigte medizinische Eingriffe und Therapien verzichtet werden», erklärt der Vorsteher der Schwyzer Ärztegesellschaft.

«Dies vor dem Hintergrund, dass sich Patienten in den Gesundheitsinstitutionen mit dem Virus anstecken könnten und auch, dass personelle Kapazität zur Verfügung stünde, wenn plötzlich eine grosse Welle an Kranken käme.»

Diese Bestimmung habe anfänglich sicher Sinn gemacht. «Mittlerweile ist es aber so, dass die Praxen das Ansteckungsrisiko durch diverse Massnahmen massiv reduziert haben.» Beispielsweise durch die Einhaltung strikter Hygienerichtlinien und Social Distancing im Wartebereich.

«Bei Patienten, die an Covid-19 erkrankt sein könnten, wird die Befragung und der Abstrich gesondert durchgeführt.» Manche Praxen haben hierzu separate Räume eingerichtet, andere haben sogar Container oder Zelte aufgebaut und dritte testen direkt im Auto vor der Praxis.

Gesundheitsversorgung nimmt ab

Burger sieht ein anderes Problem: «Die Qualität der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung nimmt ab, da sich Patienten nicht trauen, zum Arzt zu gehen, weil sie nicht wissen, ob sie das dürfen, oder weil sie Angst vor einer Ansteckung haben.»

Ausführlicher Bericht in der Zeitungsausgabe vom Donnerstag, 9. April.

Noch kein Abo?

Patrizia Baumgartner