Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Lifestyle
31.03.2020
31.03.2020 17:16 Uhr

Massnahmen scheinen zu wirken

Die Massnahmen des Bundes scheinen zu wirken, wie ein Blick auf die Strassen zeigt, etwa hier in Lachen. (Bilder: Anouk Arbenz)
Die Bevölkerung hält sich laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) gut an die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Zudem scheinen diese zu wirken. Es gelte nun, standhaft zu bleiben, lautet die Botschaft.

von Thomas Paul

An einer Medienkonferenz in Bern kommentierte Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten des BAG, gestern die Lage rund um das Coronavirus in der Schweiz. Die Situation scheine über das Wochenende stabil geblieben zu sein, der jüngste Anstieg um 1201 auf 15'475 laborbestätigte Fälle sei ungefähr gleich wie die Anstiege der vorangegangenen Tage.

«Das ist sicher ein erstes kleines Zeichen, dass die Massnahmen greifen», sagte Koch. Die Bevölkerung scheine sich an die Massnahmen zu halten. Auch eine Umfrage habe gezeigt, dass die Bevölkerung verstehe, worum es gehe. Es sei aber zu früh für eine Schlussfolgerung. Auch die Frage, wann der Höhepunkt der Epidemie erreicht sein könnte, lasse sich noch nicht beantworten. Jetzt gelte es, über die Ostertage standhaft zu bleiben.

Schutz von gefährdeten Arbeitnehmenden

Koch sagte zudem, dass die Behörden derzeit auch Fragen zum Schutz von vulnerablen Personen diskutierten, die trotz ihrer Vorerkrankung zur Arbeit gehen müssten. Wie der Gewerkschaftsbund (SGB) am Montag mitteilte, sorgen sich zahlreiche Personen mit Vorerkrankungen um ihre Gesundheit, weil sie nach einer Verordnungsänderung aus der Beurlaubung oder aus dem Homeoffice zurück an die Arbeitsstelle beordert wurden.

Neu gilt: Wenn die Arbeit aufgrund der Art der Tätigkeit nur am üblichen Arbeitsort erledigt werden kann, ist der Arbeitgeber verpflichtet sicherzustellen, dass die Empfehlungen betreffend Hygiene und sozialer Distanz eingehalten werden.

Koch äusserte sich auch dazu, dass die Schweiz Patientinnen und Patienten aus Frankreich aufgenommen hat. Dies sei derzeit möglich, ohne dass das Schweizer System Gefahr liefe, überlastet zu werden. In Schweizer Spitälern liegen mehr als 20 schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus dem derzeit völlig überlasteten Elsass.

6,6 Milliarden sind vergeben

An der Medienkonferenz wurde weiter bekannt, dass Unternehmen die zinsfreien Kredite zur Bewältigung der Corona- Krise rege nutzen. 6,6 Milliarden Franken seien seit vergangenem Donnerstag zugesprochen worden, sagte Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) an der Medienkonferenz. Damit ist etwa ein Drittel der 20 Milliarden Franken vergeben worden, die KMU in Form von Bürgschaften zur Bewältigung der Corona-Krise zur Verfügung gestellt werden.

Pakete wie an Weihnachten

Die Krise zu spüren bekommt auch die Post. Aus Personalmangel und wegen verschärfter Hygienevorschriften muss sie Abstriche bei ihrem Service machen. Das heisst, einzelne Filialen werden kürzere Öffnungszeiten haben, und die Paketzustellung dauert länger. Die Post berichtet zudem von einer starken Zunahme der Paketmenge. Diese sei derzeit rund 40 Prozent höher als üblich; es würden Spitzenwerte wie zur Vorweihnachtszeiterreicht, schreibt die Post.

red