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Wollerau
27.03.2020
27.03.2020 16:51 Uhr

Bund 2 Millionen Schutzmasken verkaufen wollen

Philip Kälin versuchte erfolglos, mit dem Bund einen Masken-Deal zu schliessen.
Mit seiner Firma «We Care More GmbH» in Wollerau und der Marke «Medisupply Europe» produziert Philip Kälin in China Schutzmasken. Weil er riskiert, auf seinen Masken sitzenzubleiben, bietet er dem Bund an, diesem einen Teil der Masken zu schenken, wenn dieser ihm bei der Lieferung nach Europa hilft.

Am Montag teilte das Verteidigungsdepartement (VBS) mit: «Um den Engpässen bei Schutzmasken entgegenzuwirken, prüft das Labor Spiez, ob Masken der Privatwirtschaft trotz abgelaufenem Verfallsdatum eingesetzt werden können.» Bereits habe der Bund 10 Millionen abgelaufene Hygienemasken zur Verteilung durch die Armeeapotheke freigegeben. Die Versorgungslage entspanne sich damit «wenigstens für eine gewisse Zeit». Auch prüfe man jetzt «Behelfslösungen für eine mehrfache Verwendung von Schutzmasken».

2 Millionen Masken in China

Philip Kälin, 27, Gründer und Geschäftsführer der Wollerauer GmbH We Care More, wunderte sich über die Behörden und ihr Vorgehen in der Masken-Frage. Denn er selbst, sagte er gegenüber «CH Media», könnte dem Bund sofort zwei Millionen medizinische Schutzmasken des Typs 2 (FFFP 2) liefern. «Sie sind fertig produziert in China.» Er habe versucht, das Bundesamt für Gesundheit (BAG), am liebsten Daniel Koch, zu kontaktieren. «Über mehrere Hotlines bin ich beim Verteidigungsdepartement gelandet – wo ich jetzt ebenfalls in einer Hotline-Mailschlange festhänge.»

Kälin lässt in China zwei Millionen Masken pro Woche produzieren, die er via Grossbritannien nach Europa importiere. Weil jetzt aber die halbe Welt auf Suche nach Masken sei, komme es in China zu Logistik-Engpässen. «Charter sind überlastet, weil mittlerweile gefühlt jeder Dritte Masken importiert und die Grenzübergänge zunehmend geschlossen werden.» Kälin riskierte, auf seiner Ware sitzenzubleiben.   Deal mit dem Bund angestrebt

Daher wollte er dem Bund anbieten, ihm zu helfen, die nach ISO 9001 und 22716 zertifizierten Masken aus China heraus nach Europa zu schaffen, und im Gegenzug Masken von Kälin zu erhalten. Er wäre auch bereit, dem Bund die ganze Landung günstig zu verkaufen, für zwischen 2 und 3 Franken pro Stück. Jede Woche könnte er weitere zwei Millionen liefern, sagt Kälin. Jede Fabrik, die irgendwie dazu in der Lage sei, habe auf die Herstellung von Schutzmaterial umgestellt.

Armeeapotheke beschafft auf dem Weltmarkt

Viele versuchen, schnelles Geld mit dem gefragten Schutzmaterial zu machen. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS sagt gegenüber «CH Media»: «Die Armeeapotheke beschafft auf dem Weltmarkt – geprüfte, vertrauenswürdige Ware.»

Kälins Geschäft mit dem Bund kam also nicht zustande. Gegen Ende Woche fand er aber einen anderen Abnehmer: «Ein Nachbarland der Schweiz», wie er gegenüber «CH Media» angibt. Dieses Land, das er nicht nennen will, habe grosse Probleme mit dem Virus und wolle noch weitere Ladungen abnehmen, so dass er die Wochen-Produktion auf fünf Millionen steigere. Noch diese Woche werde das Land ein Militärtransportflugzeug nach China schicken, um die Masken zu überprüfen und, wenn alles okay sei, gleich mitzunehmen.

red