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26.03.2020

Militärspital Einsiedeln ist als Quarantänestation ungeeignet

Die Einfahrt zu zwei der drei Tore des Einsiedler Militärspitals ist leer. Während der Corona-Krise wird sie es wohl auch bleiben. (Bild: Patrizia Baumgartner)
Nur noch das Militärspital Einsiedeln ist in Betrieb – Muotathal ist stillgelegt.

Im Zusammenhang mit der Corona- Krise wurde schon verschiedentlich die Frage aufgeworfen, ob nicht die ab 1970 bis in die 1990er-Jahre gebauten Militärspitäler als Quarantänestationen genutzt werden könnten. Dazu gibt es ein zweifaches Nein, wie Armeesprecher Stefan Hofer auf schriftliche Anfrage schreibt: «Für die Bewältigung einer Virus-Epidemie erachten die medizinischen Spezialisten die Inbetriebnahme von unterirdischen Anlagen als wenig geeignet», hält Hofer fest. Dies wegen der engen Platzverhältnisse, der Luftzirkulation und dem «aktuell» ungenügenden Ausbaustandard.

Das zweite Nein bezieht sich auf «aktuell», denn von den acht einst gebauten unterirdischen Militärspitälern ist nur noch ein einziges im «Kernbestand », wie es im Militärjargon heisst. Nur jenes in Einsiedeln ist funktionstüchtig und gut unterhalten. Es wird unter anderem für die Ausbildung der vier Spitalbataillone aktiv genutzt – insbesondere durch WK-Truppen und Spitalschulen. Das 1984 eingeweihte Spital wurde in den Jahren 2017/2018 einer umfassenden Sanierung unterzogen und auf einen Stand gebracht, welcher den heutigen klinischen Vorschriften entspricht. Das «geschützte Militärspital Einsiedeln» weist unterirdisch auf drei Stockwerken rund 100 Betten auf.

Muotathal in der Reserve

Von den sieben weiteren sind noch drei im Dispobestand von armasuisse Immobilien, darunter jenes in Muotathal. Die Restlichen wurden grösstenteils verkauft und dienen unter anderem als Lagerhallen. «Muotathal ist stillgelegt und ist nicht mehr als Spital nutzbar», bestätigt Stefan Hofer.

Es könne mit einem «mehrmonatigen Aufwand» wieder in Betrieb genommen werden, um es baulich, technisch und medizinisch wieder auf einen funktionstüchtigen Stand zu bringen, «was nicht vorgesehen ist», wie Hofer unterstreicht. Im Spital unter der Widmen finde derzeit kein Unterhalt statt, es habe auch keine Bettenkapazitäten.

Die Armee hat keinen Bedarf mehr an einem Netz an Militärspitälern. Sie wurden teils abgebaut oder verkauft. Nach einer Revision des Stationierungskonzeptes im Rahmen der per 1. Januar 2018 gestarteten Reform «Weiterentwicklung der Armee» (WEA) wurden bis auf den Standort Einsiedeln landesweit alle Militärspitäler aufgegeben.

red