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Kanton
26.02.2021
26.02.2021 11:04 Uhr

Terrassenstreit: Bundespräsident Guy Parmelin reagiert harsch

Alprestaurant Stäfel im Hoch-Ybrig Bild: Patrizia Baumgartner
Der Kanton Schwyz und fünf weitere Kantone halten ihre Terrassen in den Skigebieten offen, obwohl dies vom Bundesrat verboten wurde. Einzig der Kanton Graubünden reagierte darauf und wird seine Terrassen ab heute Abend schliessen.

Die Zentralschweizer Kantone wollen die Skiterrassen nicht per sofort schliessen, wie dies etwa der Kanton Graubünden gestern noch nach der Medienkonferenz des Bundes getan hat. «Wir sind der Auffassung, dass wir die Terrassen offen lassen werden», präzisiert Regierungsrat Andreas Barraud auf Anfrage die vorherrschende regierungsrätliche Meinung. «Wir haben viele positive Argumente und hoffen, schnell ein Zeitfenster zu finden, um mit dem Bundesrat zu sprechen.»

Das Anliegen wird breit unterstützt: Zusammen mit den Zentralschweizer Kantonen Nid- und Obwalden, Uri, Zug und Luzern sei man zum Schluss gekommen, nichts unversucht zu lassen, um mit Argumentation und Kommunikation die Sichtweise darzulegen und Verständnis für geöffnete Terrassen zu erwirken. Es sei der Wunsch, zu einer Konsenslösung zu gelangen.

Volksseele soll motiviert werden

Die Argumente sind in der Tat schlagkräftig: Nüchtern betrachtet, sinken die Fallzahlen – trotz geöffneter Skigebiete. «Wir finden einen geordneten und gesitteten Betrieb auf einer Terrasse mit jemandem, der verantwortlich ist, sicherer als eine Massierung der Leute neben der Terrasse», so Barraud. «Die Besucherinnen und Besucher sind draussen, sie schützen sich selber gut mit der Einhaltung der Abstände von Tisch zu Tisch.» Ohne den Besserwisser rauszukehren spricht Barraud auch von Logik: «Hotels dürfen ihre Leute drinnen bewirten, wo das Essen nur im Sitzen eingenommen werden soll, auf den Terrassen draussen soll dies aber nicht gehen?»

Ein weiteres Argument sei die Zufriedenheit der Volksseele. Ein wichtiger Aspekt, der, wie man weiss, auch der Bundesrat gebührend beachtet. «Was macht einen guten Skitag aus?», fragt Barraud rhetorisch. Natürlich gehört das Sonnenbad auf der Terrasse dazu, auch wenn das Essen via Take-away bestellt werden muss.

Dann werden halt Corona-Gelder gestrichen

Für das Verhalten der Kantone hat man in Bern nur Kopfschütteln übrig. Die Kantone würden mit ihrem Benehmen die Grundsätze der Demokratie nicht mehr akzeptieren. Die Landesregierung unter der Führung von Bundespräsident Guy Parmelin sei nicht gewillt, das hinzunehmen. Der Bundesrat möchte den Streit aber friedlich lösen. Laut «Blick» sagen Insider, dass die Streichung von Corona-Hilfsgeldern zum Thema werde, um auf den Gesetzesstoss zu reagieren. Dies verneint Bundessprecher André Simonazzi allerdings. 

Die Taktik des Kantons Schwyz wird wohl sein, die Klärung des Streits so lange wie möglich hinauszuschieben. Am besten bis zum 22. März...

Anouk Arbenz, Redaktion March24 und Höfe24