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Kanton
12.01.2021
12.01.2021 11:09 Uhr

Waldgänger weichen von markierten Wegen ab

Dass sich jetzt vermehrt Leute im Wald aufhalten, ist auch Corona geschuldet. Solange sich Läufer auf vorgegebenen Pfaden bewegen, gibt es kaum Probleme. (Bild pixabay)
Der Kanton Schwyz verfügt über viele Waldgebiete, die sich für Wintererlebnisse anbieten. Dabei schuldet der Mensch der Tierwelt die nötige Rücksicht.

An diesen Tagen ist ein Waldspaziergang beliebt wie nie. Dabei gilt: «Spaziergänger, welche sich auf den dafür vorgesehenen Wegen und zur Tageszeit bewegen, sind unproblematisch. Jene, welche sich abseits von Wegen in den Wäldern bewegen, verursachen oftmals erhebliche Störungen für das Wild.» Das sagt Manuel Wyss von der Abteilung Jagd des Schwyzer Umweltdepartements.

Tatsächlich mehr Leute im Wald

Dass es in den vergangenen Tagen und Wochen viel mehr Bewegung in den Wäldern gab, kann gemessen werden: «Als Indikatoren dienen hier das Verkehrsaufkommen und ebenso die Verkaufszahlen von Schneesportartikeln wie Schneeschuhen oder Tourenski», so Wyss (wir berichteten). «Als weiterer Indikator werden Spuren von Schneeschuh- und Skitourengänger genommen. Diese sind gehäuft abseits der markierten Wege», stellen auch die Wildhüter, etwa Matthias Oechslin vom Kreis 3 – Sihltal-Alpthal-Einsiedeln-Höfe Süd – fest.

Ob diese Wintergänger gar denken, sie könnten Tiere sehen? Falls dies tatsächlich geschehen würde, wäre besondere Vorsicht angebracht: «Aktuell befinden sich die Wildtiere im Energiesparmodus. 

Starke Auswirkungen auf Tiere

«Aus Erfahrung wissen wir,dass häufige Störungen des Wildes durch menschliche Einflüsse zu gravierenden Auswirkungen führen können. Die Tiere müssen dann übermässig von den vorhandenen Energiereserven zehren», erklärt Wildhüter Matthias Oechslin. «Eine weitere Auswirkung könnte sein, dass die Tiere geschwächt in die Brut-Setzzeit gehen und zu wenig Energie haben, um die Jungtiere zu ernähren».

Infos dazu im Internet wie auf der Webseite des Umweltdepartements sollten die Leute sensibilisieren, genügend Rücksicht auf die Wildtiersituation in den Wäldern zu nehmen und sich an die vorgegebenen Markierungen zu halten. Doch ist das auch so? «Nein», stellt Manuel Wyss unmissverständlich klar.

Johanna Mächler, Redaktion March24 und Höfe24