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Kanton
01.08.2020

Gedanken der Frau Landammann zum 1. August

Dass heute keine grösseren Feste stattfinden, hat auch mit Solidarität zu tun. In dieser habe die Schweiz Tradition, findet die Schwyzer Frau Landammann Petra Steimen.

von Frau Landammann Petra Steimen

Solidarität heisst, die eigenen Bedürfnisse zurückzunehmen zugunsten der Allgemeinheit. Solidarität heisst aber auch sich für andere einzusetzen, sich für andere stark zu machen, zusammenzustehen für eine Sache, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Diese Solidarität haben die Schweizerinnen und Schweizer, aber auch die Schwyzerinnen und Schwyzer in den vergangenen Monaten auf eindrückliche Weise erlebt und gelebt. Die Bedürfnisse der Schwächeren in den Vordergrund zu stellen und diese Idee mitzutragen, braucht Stärke, Willen und Mut. Diese Welle der Solidarität hat mich tief beeindruckt und berührt. Wir alle haben erlebt, dass die Gesellschaft sich kümmert, Rücksicht nimmt, hilft und einsteht, um einem unsichtbaren und daher schwierig einzuschätzenden Angreifer zu begegnen.

Solidarität hat in der Schweiz Tradition. Wir sind es uns gewohnt, auf Minderheiten und Schwächere Rücksicht zu nehmen. Zwar ist es die politische Mehrheit, die bestimmt, aber immer unter Einbezug der Meinungen auch von Andersdenkenden.

Dieses Gemeinschaftsgefühl gab es schon früher, viel früher. Der Mythos besagt, dass sich 1291 drei Männer aus Uri, Unterwalden und Schwyz auf dem Rütli getroffen haben, um sich Solidarität zuzusichern, sich gegenseitige Unterstützung zu versprechen und zu schwören, dass sie zusammenhalten, was auch kommen werde.

Diese mutigen Männer haben sich auf den Weg gemacht, um sich für eine gemeinsame Sache einzusetzen, wobei der Schwyzer Landammann Werner Stauffacher bekannterweise von seiner Frau Gertrud dazu ermuntert, um nicht zu sagen geschickt werden musste, mit den Worten: «Sieh vorwärts, Werner, und nicht hinter dich!» Ob, wann und wie genau sich diese Geschichte ereignet hat, ist nicht entscheidend.

Entscheidend ist, was sie aussagt, was sie vermittelt und was über Generationen weitergegeben wird. Die Geschichte bewegt und stärkt unsere Verbundenheit mit unserem Land, vermittelt Werte wie Freiheit, Verantwortung, Mut, Zusammenhalt und eben Solidarität.

Wir feiern heute den 1. August und wir haben auch dieses Jahr allen Grund zum Feiern. Wir leben in der kleinen, stabilen und zuverlässigen Schweiz, in einem friedlichen und wohlhabenden Land, wo die Schwachen aufgefangen werden und die Starken sich entfalten können.

Sich anlässlich des 1. August zu besinnen auf Werte wie Tradition, Gemeinsinn und Zusammenhalt ist in diesem Jahr sogar besonders wichtig, braucht es doch jetzt und auch in nächster Zukunft den Gemeinsinn, den Zusammenhalt und die Solidarität als Tradition. Gemeinsam – und nur gemeinsam sind wir stark!

Ich wünsche Ihnen, liebe Schwyzerinnen und Schwyzer, einen heimeligen 1. August. Tragen Sie Sorge zu sich und zu allen Menschen in Ihrem Umfeld, die Ihnen wichtig sind.

Redaktion March24/Höfe24